Die Ter­as­sen­tür und der Zuschuss der Pfle­ge­ver­si­che­rung

Die Pfle­ge­kas­se hat den Umbau eines Küchen­fens­ters in eine behin­de­rungs­ge­rech­te Ter­ras­sen­tür zu bezu­schus­sen, soweit die pfle­ge­be­dürf­ti­ge Ver­si­cher­te hier­durch in die Lage ver­setzt wird, ohne frem­de Hil­fe mit ihrem Roll­stuhl die Ter­ras­se zu nut­zen. Das ent­schied jetzt das Sozi­al­ge­richt Dort­mund im Fal­le einer pfle­ge­be­dürf­ti­gen Frau aus Dort­mund, die infol­ge einer zu engen Ter­ras­sen­tür im Wohn­zim­mer mit ihrem Roll­stuhl kei­nen Zugang zu Ter­ras­se und Gar­ten hat.

Die Ter­as­sen­tür und der Zuschuss der Pfle­ge­ver­si­che­rung

Die Knapp­schaft-Bahn-See in Bochum hat­te als Pfle­ge­kas­se die Kos­ten­tra­gung für die Umbau­maß­nah­me noch abge­lehnt, weil sie nach ihrer Ansicht zur selb­stän­di­gen Lebens­füh­rung der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen nicht erfor­der­lich sei und die Ter­ras­se nicht zum Wohn­um­feld im Sin­ne des § 40 Sozi­al­ge­setz­buch XI gehö­re.

Dem wider­sprach nun jedoch das Sozi­al­ge­richt Dort­mund in sei­nem: Finan­zi­el­le Zuschüs­se für Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung des indi­vi­du­el­len Wohn­um­fel­des sei­en u.a. dann zu gewäh­ren, wenn dadurch im Ein­zel­fall eine mög­lichst selb­stän­di­ge Lebens­füh­rung des Pfle­ge­be­dürf­ti­gen wie­der­her­ge­stellt wer­de. Die Ter­ras­se gehö­re zum indi­vi­du­el­len Wohn­um­feld der Klä­ge­rin. Der Begriff des Wohn­um­fel­des beinhal­te über den eigent­li­chen Wohn­raum hin­aus auch die Nut­zung von angren­zen­den Ter­ras­sen und Bal­ko­nen. Durch den Umbau des Küchen­fens­ters wer­de die Selb­stän­dig­keit der Lebens­füh­rung der Klä­ge­rin inso­weit ver­bes­sert, als sie ohne Hil­fe­stel­lung mit ihrem Roll­stuhl die Ter­ras­se errei­che.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 12. März 2010 – S 39 KN 98/​08 P