Fest­stel­lung des Gra­des der Behin­de­rung – aber ohne Bera­tungs­hil­fe

Für einem Antrag auf die Fest­stel­lung eines Gra­des der Behin­de­rung nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Neun­tes Buch (SGB IX) steht die staat­lich finan­zier­te Bera­tungs­hil­fe durch einen Rechts­an­walt nicht zur Ver­fü­gung.

Fest­stel­lung des Gra­des der Behin­de­rung – aber ohne Bera­tungs­hil­fe

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat bereits ent­schie­den, dass ein Unbe­mit­tel­ter für eine Antrag­stel­lung auf die Gewäh­rung einer Erwerbs­min­de­rungs­ren­te auf­grund der gemäß § 14 SGB I bestehen­den Bera­tungs­pflicht zurecht auf die Bera­tung des Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­gers ver­wie­sen wird, da auch ein bemit­tel­ter ver­stän­di­ger Bür­ger zunächst ver­su­chen wür­de, die kos­ten­freie Bera­tung durch die zustän­di­ge Behör­de in Anspruch zu neh­men 1.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sieht nun kei­nen Grund, wes­we­gen im Fal­le eines Antrags auf die Fest­stel­lung eines Gra­des der Behin­de­rung nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Neun­tes Buch (SGB IX) und unter Berück­sich­ti­gung der Beson­der­hei­ten des Ein­zel­fal­les des Beschwer­de­füh­rers etwas ande­res gel­ten soll­te.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 4. April 2016 – 1 BvR 2607/​15

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 14.12 2011 – 1 BvR 2735/​11 9 f.[]