Kran­ken­haus­be­hand­lulng von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen – und die Min­dest­quo­te

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, die sich gegen die Ein­füh­rung einer Min­dest­men­ge von Ver­sor­gungs­fäl­len bei der Kran­ken­haus­be­hand­lung von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen mit höchs­tem Risi­ko als Mit­tel der Qua­li­täts­si­che­rung wen­det. Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de war nach Ansicht der Ver­fas­sungs­rich­ter man­gels hin­rei­chen­der Begrün­dung unzu­läs­sig.

Kran­ken­haus­be­hand­lulng von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen – und die Min­dest­quo­te

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de hat­ten neun Betrei­ber von Kran­ken­häu­sern mit soge­nann­ten Level-1-Peri­na­tal­zen­tren ein­ge­reicht, die teils in kirch­li­cher, teils in kom­mu­na­ler Trä­ger­schaft ste­hen. Allein Kran­ken­häu­ser mit Peri­na­tal­zen­tren des Level 1 sind nach einem vom Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss vor­ge­se­he­nen Kon­zept für die Kran­ken­haus­be­hand­lung von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen mit höchs­tem Risi­ko zustän­dig (ins­be­son­de­re für Früh­ge­bo­re­ne mit einem geschätz­ten Geburts­ge­wicht von unter 1250 Gramm oder einem Alter von weni­ger als der 29. Schwan­ger­schafts­wo­che). Zur Qua­li­täts­si­che­rung bei der Kran­ken­haus­be­hand­lung kann der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss im Beschluss­we­ge für zuge­las­se­ne Kran­ken­häu­ser unmit­tel­bar ver­bind­li­che Rege­lun­gen erlas­sen. Im Jahr 2010 leg­te der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss für Level-1-Zen­tren eine ver­bind­li­che Min­dest­men­ge von 14 Level-1-Gebur­ten pro Jahr fest. Wird die fest­ge­leg­te Min­dest­men­ge vor­aus­sicht­lich nicht erreicht, dür­fen die Kran­ken­häu­ser ent­spre­chen­de Leis­tun­gen nicht bewir­ken. Tun sie es den­noch, steht ihnen kein Ver­gü­tungs­an­spruch zu.

Die Beschwer­de­füh­rer erho­ben dar­auf­hin Kla­ge gegen die Ein­füh­rung der Min­dest­men­ge, die sowohl vor dem Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg 1 wie auch vor dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt 2 ohne Erfolg blieb. Mit ihrer Ver­fas­sungs­be­schwer­de rügen sie ins­be­son­de­re die Ver­let­zung der Berufs­frei­heit (Art. 12 Abs. 1 GG) sowie des Rechts auf den gesetz­li­chen Rich­ter (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG).

Ein­füh­rung einer Min­dest­fall­zahl für Peri­na­tal­zen­tren[↑]

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de betrifft die Ein­füh­rung einer Min­dest­men­ge von Ver­sor­gungs­fäl­len als Mit­tel der Qua­li­täts­si­che­rung bei der Kran­ken­haus­be­hand­lung von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen mit höchs­tem Risi­ko auf der Grund­la­ge des Fünf­ten Buchs des Sozi­al­ge­setz­buchs (SGB V) – Gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung – und einer Richt­li­nie des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses.

Zur Qua­li­täts­si­che­rung bei der Kran­ken­haus­be­hand­lung kann der gemäß § 91 SGB V kon­sti­tu­ier­te Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss grund­sätz­lich ein­heit­lich für alle Pati­en­ten im Beschluss­we­ge Rege­lun­gen erlas­sen. Unter ande­rem fass­te er nach der im Aus­gangs­ver­fah­ren maß­geb­li­chen Geset­zes­fas­sung Beschlüs­se über einen Kata­log plan­ba­rer Leis­tun­gen, bei denen die Qua­li­tät des Behand­lungs­er­geb­nis­ses in beson­de­rem Maße von der Men­ge der erbrach­ten Leis­tun­gen abhän­gig ist, sowie über Min­dest­men­gen für die jewei­li­gen Leis­tun­gen je Arzt oder Kran­ken­haus und Aus­nah­me­tat­be­stän­de hier­zu (so § 137 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 SGB V in der seit 25.03.2009 gel­ten­den und auf das Gesetz zum ord­nungs­po­li­ti­schen Rah­men der Kran­ken­haus­fi­nan­zie­rung ab dem Jahr 2009 vom 17.03.2009, BGBl I S. 534 zurück­ge­hen­den Fas­sung, im Fol­gen­den: a.F.; ähn­lich heu­te § 136b Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB V).

Auf Grund einer durch das Gesetz zur Reform der Struk­tu­ren der Kran­ken­haus­ver­sor­gung (Kran­ken­haus­struk­tur­ge­setz – KHSG) vom 10.12 2015 3 zum 1.01.2016 bewirk­ten Neu­re­ge­lung soll der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss dabei Aus­nah­me­tat­be­stän­de und Über­gangs­re­ge­lun­gen vor­se­hen, um unbil­li­ge Här­ten ins­be­son­de­re bei nach­ge­wie­se­ner, hoher Qua­li­tät unter­halb der fest­ge­leg­ten Min­dest­men­ge zu ver­mei­den (§ 136b Abs. 3 Satz 1 SGB V). Noch zum Zeit­punkt der Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts im Aus­gangs­ver­fah­ren war eine ent­spre­chen­de Vor­ga­be gesetz­lich nicht fest­ge­schrie­ben.

Die Beschlüs­se des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses zur Qua­li­täts­si­che­rung sind für die zuge­las­se­nen Kran­ken­häu­ser unmit­tel­bar ver­bind­lich (§ 136b Abs. 2 Satz 1 SGB V, bis 31.12 2015: § 137 Abs. 3 Satz 6 SGB V a.F.). Wird die fest­ge­leg­te Min­dest­men­ge vor­aus­sicht­lich nicht erreicht, dür­fen die Kran­ken­häu­ser ent­spre­chen­de Leis­tun­gen nicht bewir­ken (§ 136b Abs. 4 Satz 1 SGB V; frü­her: § 137 Abs. 3 Satz 2 SGB V a.F.). Tun sie es den­noch, steht ihnen kein Ver­gü­tungs­an­spruch zu (§ 136b Abs. 4 Satz 2 SGB V; in die­ser Form bis zur Neu­re­ge­lung durch das Kran­ken­haus­struk­tur­ge­setz im Gesetz nicht aus­drück­lich fest­ge­schrie­ben).

Die für die Kran­ken­haus­pla­nung zustän­di­ge Lan­des­be­hör­de kann aller­dings auf Antrag eines Kran­ken­hau­ses Leis­tun­gen bestim­men, bei denen die Min­dest­men­gen­fest­le­gung die Sicher­stel­lung einer flä­chen­de­cken­den Ver­sor­gung gefähr­den könn­te (§ 136b Abs. 5 Satz 1 SGB V; frü­her: § 137 Abs. 3 Satz 3 Halb­satz 1 SGB V a.F.). Das Erbrin­gungs­ver­bot und der Weg­fall des Ver­gü­tungs­an­spruchs grei­fen dann nach einer ent­spre­chen­den Ent­schei­dung der Lan­des­be­hör­de nicht ein (§ 136b Abs. 5 Satz 2 SGB V; frü­her: § 137 Abs. 3 Satz 3 Halb­satz 2 SGB V a.F.).

Hin­sicht­lich der Qua­li­täts­si­che­rung bei Risi­ko­ge­bur­ten beschloss der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss zunächst mit Wir­kung zum 1.01.2006 nur qua­li­ta­ti­ve Anfor­de­run­gen durch die "Ver­ein­ba­rung über Maß­nah­men zur Qua­li­täts­si­che­rung der Ver­sor­gung von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen" 4 (seit 1.01.2014 trägt die­se die Bezeich­nung "Qua­li­täts­si­che­rungs-Richt­li­nie Früh- und Reif­ge­bo­re­ne"). Nach dem dar­in vor­ge­se­he­nen Kon­zept neo­na­to­lo­gi­scher Ver­sor­gung sind nur Peri­na­tal­zen­tren des Level 1 für die Kran­ken­haus­be­hand­lung von Früh- und Neu­ge­bo­re­nen mit höchs­tem Risi­ko (ins­be­son­de­re für Früh­ge­bo­re­ne mit einem geschätz­ten Geburts­ge­wicht von unter 1250 Gramm oder einem Gesta­ti­ons­al­ter von weni­ger als der 29. Schwan­ger­schafts­wo­che) zustän­dig.

Erst mit Wir­kung ab 1.01.2010 leg­te der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss auf der Grund­la­ge eines vom Insti­tut für Qua­li­tät und Wirt­schaft­lich­keit im Gesund­heits­we­sen erstell­ten Berichts für Level-1-Zen­tren eine Min­dest­men­ge von 14 Level-1-Gebur­ten pro Jahr fest 5 (die strei­ti­ge Fest­le­gung fin­det sich in Anla­ge 1 Nr. 8 der damals noch als "Ver­ein­ba­rung des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses gemäß § 137 Absatz 1 Satz 3 Nr. 3 des SGB V für nach § 108 SGB V zuge­las­se­ne Kran­ken­häu­ser [Min­dest­men­gen­ver­ein­ba­rung]"; vom 01.01.2012 bis 31.12 2015 als "Rege­lun­gen des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses gemäß § 137 Absatz 3 Satz 1 Nr. 2 SGB V für nach § 108 SGB V zuge­las­se­ne Kran­ken­häu­ser [Min­dest­men­gen­re­ge­lun­gen, Mm‑R]" und heu­te als "Rege­lun­gen des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses gemäß § 136b Absatz 1 Satz 1 Num­mer 2 SGB V für nach § 108 SGB V zuge­las­se­ne Kran­ken­häu­ser [Min­dest­men­gen­re­ge­lun­gen, Mm‑R]" bezeich­ne­ten unter­ge­setz­li­chen Norm).

Die sozi­al­ge­richt­li­chen Ent­schei­dun­gen[↑]

Die Beschwer­de­füh­rer sind Betrei­ber von Kran­ken­häu­sern mit Level-1-Peri­na­tal­zen­tren, die teils in kirch­li­cher, teils in kom­mu­na­ler Trä­ger­schaft ste­hen. Sie erho­ben im Jahr 2010 Kla­ge zum Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg mit dem Begeh­ren, das Gericht möge die Nich­tig­keit der Min­dest­men­gen­fest­set­zung fest­stel­len. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg wies die Kla­gen mit Urteil vom 16.01.2015 ab 1. Die Revi­si­on der Beschwer­de­füh­rer blieb vor dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt erfolg­los 2.

Zur Begrün­dung führ­te das Bun­des­so­zi­al­ge­richt im Urteil vom 17.11.2015 aus, die Nor­men­fest­stel­lungs­kla­ge sei zwar zuläs­sig, da die Beschwer­de­füh­rer durch die Fest­set­zung der Min­dest­men­ge beschwert sein könn­ten. Die Pro­gno­se, dass sie auch unter Berück­sich­ti­gung mög­li­cher grö­ße­rer Schwan­kun­gen im Behand­lungs­auf­kom­men vor­aus­sicht­lich die Min­dest­men­ge von 14 Level-1-Gebur­ten auch in Zukunft ver­läss­lich erreich­ten, sei auf­grund ihrer bis­lang erbrach­ten Leis­tun­gen nicht hin­rei­chend sicher. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt habe jedoch zu Recht fest­ge­stellt, dass der für den Erlass einer ent­spre­chen­den unter­ge­setz­li­chen Norm hin­rei­chend demo­kra­tisch legi­ti­mier­te Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss die Min­dest­men­ge 14 recht­mä­ßig fest­ge­setzt habe. (Grund-)Rechte der Beschwer­de­füh­rer wür­den dadurch nicht ver­letzt. Die Abwä­gung der Inter­es­sen der Kran­ken­häu­ser, unein­ge­schränkt Level-1-Gebur­ten zu ver­sor­gen, mit dem Inter­es­se an einer bes­se­ren Ver­sor­gungs­qua­li­tät für Pati­en­ten erge­be einen ein­deu­ti­gen Vor­rang der Qua­li­täts­si­che­rung.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de[↑]

Mit ihrer Ver­fas­sungs­be­schwer­de rügen die Beschwer­de­füh­rer ins­be­son­de­re die Ver­let­zung von Art. 12 Abs. 1 GG sowie von Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG.

Hin­sicht­lich ihrer Grund­rechts­fä­hig­keit beru­fen sich die Beschwer­de­füh­rer zu 1., 2. und 8. dar­auf, dass ihre Trä­ger oder Gesell­schaf­ter Ein­rich­tun­gen von Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten sei­en, sie also nicht im staat­li­chen Bereich wur­zel­ten. Die übri­gen Beschwer­de­füh­rer machen gel­tend, ihre Trä­ger oder Gesell­schaf­ter sei­en zwar Krei­se oder Gemein­den; in der vor­lie­gen­den Kon­stel­la­ti­on spre­che dies jedoch nicht gegen ihre Berech­ti­gung, sich auf die Grund­rech­te und nament­lich auf Art. 12 Abs. 1 GG zu beru­fen, ins­be­son­de­re da sie im Wett­be­werb mit pri­va­ten Kli­ni­ken stän­den. Sämt­li­che Beschwer­de­füh­rer könn­ten sich jeden­falls auf Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG beru­fen.

Die Min­dest­men­gen­fest­le­gung stel­le eine objek­ti­ve Berufs­zu­las­sungs­re­ge­lung, letzt­lich sogar eine Kon­tin­gen­tie­rung dar. Selbst wenn man sie aber ledig­lich als Rege­lung der Berufs­aus­übung betrach­ten müss­te, wäre sie ver­fas­sungs­wid­rig, da eine Ver­bes­se­rung der Ver­sor­gungs­qua­li­tät durch die Rege­lung nicht hin­rei­chend belegt, jeden­falls aber durch ande­re, weni­ger belas­ten­de Maß­nah­men der Qua­li­täts­steue­rung erreich­bar sei. Zumin­dest für Kran­ken­haus­be­trei­ber, die bereits bis­her neo­na­to­lo­gi­sche Abtei­lun­gen geführt hät­ten, sei die Rege­lung ange­sichts der von ihnen getä­tig­ten per­so­nel­len und finan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen unzu­mut­bar, wobei in die­sem Zusam­men­hang die strik­te Ableh­nung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts gegen­über sach­lich begrün­de­ten Aus­nah­me­be­stim­mun­gen nicht ver­ständ­lich sei. Auch feh­le dem Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss die demo­kra­ti­sche Legi­ti­ma­ti­on für die Beschluss­fas­sung über die Min­dest­men­ge. Des­sen Norm­set­zungs­kom­pe­tenz ver­sto­ße gegen Art.20 Abs. 2 GG und Art. 80 Abs. 1 GG.

Wei­ter sei das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) ver­letzt, weil das Bun­des­so­zi­al­ge­richt sys­te­ma­tisch und damit will­kür­lich unter Ver­stoß gegen § 163 Sozi­al­ge­richts­ge­setz (SGG) zwi­schen den Betei­lig­ten strei­ti­ge Tat­sa­chen selbst fest­ge­stellt, ins­be­son­de­re im Revi­si­ons­ver­fah­ren von den Betei­lig­ten vor­ge­leg­te Gut­ach­ten gewür­digt habe. Eine Recht­fer­ti­gung dafür, ins­be­son­de­re im Hin­blick auf die Befug­nis zur Fest­stel­lung soge­nann­ter gene­rel­ler Tat­sa­chen, bestehe nicht. Zudem habe der ent­schei­den­de 1. Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt des Bun­des­so­zi­al­ge­richts das Ver­fah­ren nach § 41 SGG dem Gro­ßen Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt vor­le­gen müs­sen, da er von einem Urteil eines ande­ren Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts abge­wi­chen sei, ohne dass nach­voll­zieh­bar wäre, dass er für die sich stel­len­den Fra­gen nun­mehr allein zustän­dig sei. Auch das Lan­des­so­zi­al­ge­richt habe gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 SGG ver­sto­ßen, weil es kei­ne eige­nen Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen getrof­fen, son­dern nur Aus­füh­rung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts in einer vor­an­ge­gan­ge­nen Ent­schei­dung über­nom­men habe, wobei die­ses auch dort zur Tat­sa­chen­fest­stel­lung nicht befugt gewe­sen sei.

Unzu­läs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de[↑]

Annah­me­grün­de nach § 93a Abs. 2 BVerfGG für die Ver­fas­sungs­be­schwer­de lie­gen nicht vor. Sie ist viel­mehr unzu­läs­sig, weil ihre Begrün­dung nicht ent­spre­chend den Anfor­de­run­gen der § 23 Abs. 1 Satz 2, § 92 BVerfGG sub­stan­ti­iert und schlüs­sig die Mög­lich­keit der Ver­let­zung von Grund­rech­ten oder grund­rechts­glei­chen Rech­ten auf­zeigt.

Die Aus­le­gung des von den Beschwer­de­füh­rern gestell­ten Antrags ergibt, dass auch der Beschluss vom 20.08.2009, soweit der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss hier­durch für Level-1-Peri­na­tal­zen­tren eine Min­dest­men­ge von 14 ent­spre­chen­den Gebur­ten jähr­lich fest­ge­setzt hat, als mit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de ange­grif­fen anzu­se­hen ist. Die Beschwer­de­füh­rer wen­den sich näm­lich kei­nes­wegs nur gegen die Aus­le­gung und Anwen­dung der vom Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss erlas­se­nen Min­dest­men­gen­re­ge­lung für Level-1-Peri­na­tal­zen­tren durch das Lan­des­so­zi­al­ge­richt und das Bun­des­so­zi­al­ge­richt, son­dern hal­ten, wie aus ihrem gesam­ten Vor­brin­gen ersicht­lich wird, auch und vor allem die Fest­set­zung einer Min­dest­men­ge selbst für ver­fas­sungs­wid­rig.

Die Beschwer­de­füh­rer haben, soweit es nicht um den behaup­te­ten Ver­stoß gegen das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter geht, nicht hin­rei­chend kon­kret dar­ge­tan, dass sie beschwer­de­be­fugt im Sin­ne von Art. 93 Abs. 1 Nr. 4a GG und § 90 Abs. 1 BVerfGG sind.

Für die Beschwer­de­füh­rer zu 3. bis 7. und 9. ergibt sich die feh­len­de Beschwer­de­be­fug­nis – jeden­falls soweit nicht Pro­zess­grund­rech­te betrof­fen sind – bereits dar­aus, dass sie in kom­mu­na­ler Trä­ger­schaft ste­hen 6. Dabei besteht kein Unter­schied zwi­schen Unter­neh­men unmit­tel­bar in staat­li­cher Hand und sol­chen in kom­mu­na­ler Trä­ger­schaft 7. Die von den Beschwer­de­füh­rern vor­ge­brach­ten Argu­men­te, ins­be­son­de­re der Hin­weis auf den gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Wett­be­werb mit pri­va­ten Kran­ken­häu­sern, bie­ten kei­nen Anlass, die­se Recht­spre­chung in Fra­ge zu stel­len.

Vor allem aber ist nicht hin­rei­chend dar­ge­tan, dass die Beschwer­de­füh­rer durch die Fest­set­zung der Min­dest­men­ge von jähr­lich 14 Level-1-Gebur­ten und die gericht­li­che Ableh­nung, die Nich­tig­keit die­ser Rege­lung fest­zu­stel­len, gegen­wär­tig in ihren mate­ri­el­len Grund­rech­ten ver­letzt sein könn­ten.

Zur Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de gehört auch, dass die Beschwer­de­füh­rer ihre gegen­wär­ti­ge und unmit­tel­ba­re Betrof­fen­heit in eige­nen Grund­rech­ten oder grund­rechts­glei­chen Rech­ten aus­rei­chend dar­le­gen 8. Gegen­wär­tig ist die Betrof­fen­heit, wenn die ange­grif­fe­ne Vor­schrift auf die Rechts­stel­lung der Beschwer­de­füh­rer aktu­ell und nicht nur vir­tu­ell ein­wirkt, wenn die Norm ihre Adres­sa­ten mit Blick auf ihre künf­tig ein­tre­ten­den Wir­kun­gen zu spä­ter nicht mehr kor­ri­gier­ba­ren Ent­schei­dun­gen zwingt oder wenn klar abzu­se­hen ist, dass und wie die Beschwer­de­füh­rer in der Zukunft von der Rege­lung betrof­fen sein wer­den 9. Allein die vage Aus­sicht, dass einer der Beschwer­de­füh­rer irgend­wann ein­mal in Zukunft von der Norm und ihren Aus­wir­kun­gen betrof­fen sein könn­te, genügt hin­ge­gen nicht 10.

Dabei ist die­se vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ins­be­son­de­re für die soge­nann­te Rechts­satz­ver­fas­sungs­be­schwer­de for­mu­lier­te Anfor­de­rung jeden­falls dann auch für gegen gericht­li­che Ent­schei­dun­gen gerich­te­te Ver­fas­sungs­be­schwer­den von maß­geb­li­cher Bedeu­tung, wenn die ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen unmit­tel­bar die Prü­fung einer abs­trak­ten Rege­lung zum Gegen­stand haben, wie das hier bei der vom Bun­des­so­zi­al­ge­richt zutref­fend als Nor­men­fest­stel­lungs­kla­ge bezeich­ne­ten Kla­ge der Fall ist 11.

Da das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt über die Zuläs­sig­keit der Ver­fas­sungs­be­schwer­de zwin­gend selbst zu ent­schei­den hat, ist die­ses Erfor­der­nis auch nicht des­we­gen als erfüllt anzu­se­hen, weil in den ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen die Kla­ge­be­fug­nis bejaht wor­den und eine Sach­ent­schei­dung ergan­gen ist.

Nach­dem die Beschwer­de­füh­rer nicht gel­tend gemacht haben, dass sie durch die Min­dest­men­gen­fest­set­zung bis­lang einen kon­kre­ten Nach­teil erlit­ten hät­ten, hät­ten sie daher sub­stan­ti­iert dar­le­gen müs­sen, dass auf Grund der Zahl der von ihnen betreu­ten Level-1-Gebur­ten und deren Ent­wick­lung klar abseh­bar ist, dass sie von der ange­grif­fe­nen Rege­lung nach­tei­lig betrof­fen sein wer­den. Sie haben dies­be­züg­lich jedoch nur ohne nähe­re Dar­le­gung in der Dar­stel­lung des fach­ge­richt­li­chen Pro­zess­ver­laufs auf die in einem Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts zu einem abge­trenn­ten Ver­fah­rens­teil wie­der­ge­ge­be­nen Fall­zah­len ab 2006 ver­wie­sen, aus denen sich deren Schwan­kungs­brei­te erge­be. Aller­dings rei­chen die­se nur bis ins Jahr 2010 (hoch­ge­rech­net bis 2011) und sind des­we­gen für die aktu­el­le Situa­ti­on nicht aus­sa­ge­kräf­tig. Wei­ter haben die Beschwer­de­füh­rer auf eine im Revi­si­ons­ver­fah­ren ein­ge­reich­te Anla­ge ver­wie­sen. Dort sind jedoch nur Durch­schnitts­fall­zah­len für den Zeit­raum von 2010 bis 2014 und bei eini­gen Kran­ken­häu­sern ein­zel­ne Jah­res­zah­len aus die­sem Zeit­raum oder frü­her ange­ge­ben; das reicht zur hin­rei­chen­den Sub­stan­ti­ie­rung nicht aus. Alle beschwer­de­füh­ren­den Kli­ni­ken in kirch­li­cher Trä­ger­schaft wei­sen sogar Fall­zah­len von im Schnitt über 20 Level-1-Gebur­ten jähr­lich aus, so dass jeden­falls für die­se Beschwer­de­füh­rer in Erman­ge­lung nähe­rer Dar­le­gun­gen nicht nach­voll­zieh­bar ist, ob und wel­cher Beschwer­de­füh­rer ein Absin­ken der Level-1-Gebur­ten auf unter 14 pro Jahr kon­kret zu befürch­ten hät­te.

Zudem fehlt es im Rah­men der Begrün­dung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de an einer Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Gesichts­punkt, dass nach § 137 Abs. 3 Satz 3 SGB V a.F. (heu­te: § 136b Abs. 5 Satz 1 und 2 SGB V) die für die Kran­ken­haus­pla­nung zustän­di­gen Lan­des­be­hör­den Leis­tun­gen bestim­men kön­nen, bei denen die Anwen­dung der Min­dest­men­gen­re­ge­lung die Sicher­stel­lung der Ver­sor­gung gefähr­den könn­te, und dass sie auf die­ser Grund­la­ge das Erbrin­gungs­ver­bot für nicht anwend­bar erklä­ren kön­nen. Ob dies bei einem oder meh­re­ren Beschwer­de­füh­rern, ins­be­son­de­re bei denen, die in kirch­li­cher Trä­ger­schaft ste­hen, inzwi­schen gesche­hen oder geplant ist oder ob umge­kehrt die jeweils zustän­di­ge Lan­des­be­hör­de ent­spre­chen­den Über­le­gun­gen oder förm­li­chen Anträ­gen eine Absa­ge erteilt hat, ist der Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zu ent­neh­men; auch unter die­sem Gesichts­punkt ist nicht erkenn­bar, ob und bei wel­chem Beschwer­de­füh­rer eine gegen­wär­ti­ge Beschwer vor­liegt.

Schließ­lich geht die Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht dar­auf ein, dass zwi­schen­zeit­lich in § 136b Abs. 3 Satz 1 SGB V aus­drück­lich vor­ge­se­hen ist, dass der Gemein­sa­me Bun­des­aus­schuss bei den Min­dest­men­gen­fest­le­gun­gen Aus­nah­me­tat­be­stän­de und Über­gangs­re­ge­lun­gen vor­se­hen soll, um unbil­li­ge Här­ten ins­be­son­de­re bei nach­ge­wie­se­ner, hoher Qua­li­tät unter­halb der fest­ge­leg­ten Min­dest­men­ge zu ver­mei­den. Die­se Rege­lung dient nach der Geset­zes­be­grün­dung 12 gera­de dazu, grund­rechts­re­le­van­te Erwerbs­in­ter­es­sen der Kran­ken­häu­ser ange­mes­sen zu schüt­zen. Es ist zwar nicht ersicht­lich, dass die Min­dest­men­gen­re­ge­lun­gen bereits ent­spre­chend geän­dert wor­den wären. Den­noch wäre eine Aus­ein­an­der­set­zung mit die­ser Neu­re­ge­lung und ihren mög­li­chen Aus­wir­kun­gen (auch auf den Umfang der Bin­dungs­wir­kung der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen) not­wen­dig gewe­sen; dies gilt umso mehr, als die bis­he­ri­ge, nun­mehr aber in nicht uner­heb­li­chem Maße zu Guns­ten der Kran­ken­häu­ser geän­der­te Rechts­la­ge offen­bar nicht zu kon­kret nach­tei­li­gen Fol­gen für die Beschwer­de­füh­rer geführt hat.

Nach allem ist eine Aus­ein­an­der­set­zung mit den inhalt­li­chen Argu­men­ten der Beschwer­de­füh­rer, vor allem mit den durch­aus gewich­ti­gen Zwei­feln an der demo­kra­ti­schen Legi­ti­ma­ti­on des Gemein­sa­men Bun­des­aus­schus­ses als Insti­tu­ti­on nicht ver­an­lasst 13.

Eine Ver­let­zung im grund­rechts­glei­chen Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter (Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG) durch die ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen ist nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert dar­ge­tan, obwohl inso­weit die gegen­wär­ti­ge und unmit­tel­ba­re Betrof­fen­heit der Beschwer­de­füh­rer nicht in Zwei­fel steht.

Die Beschwer­de­füh­rer machen nicht unter Aus­ein­an­der­set­zung mit der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts deut­lich, war­um in der Fest­stel­lung von Tat­sa­chen, kon­kret der Aus­wer­tung der von den Betei­lig­ten im Revi­si­ons­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten Gut­ach­ten, durch das Bun­des­so­zi­al­ge­richt nicht nur mög­li­cher­wei­se ein Ver­fah­rens­ver­stoß, son­dern zugleich ein Ver­stoß gegen das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter lie­gen soll.

Sie ver­wei­sen hier­zu dar­auf, die feh­len­de "Zurück­hal­tung" des Bun­des­so­zi­al­ge­richts bei der Tat­sa­chen­fest­stel­lung erfol­ge sys­te­ma­tisch; um gene­rel­le Tat­sa­chen, die das Revi­si­ons­ge­richt zur Wah­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung aner­kann­ter­ma­ßen selbst fest­stel­len kann, sei es nicht gegan­gen. Dabei set­zen sie sich aber weder näher mit dem Begriff der gene­rel­len Tat­sa­che noch unter Aus­wer­tung der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts damit aus­ein­an­der, war­um – eine unzu­läs­si­ge Tat­sa­chen­fest­stel­lung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts in die­ser Fra­ge unter­stellt – im kon­kre­ten Fall die Will­kür­gren­ze über­schrit­ten sein könn­te 14. Die nicht näher beleg­te Behaup­tung, das Bun­des­so­zi­al­ge­richt han­de­le dabei sys­te­ma­tisch, ist hier­für nicht aus­rei­chend. Auch zwingt der Umstand, dass im Rah­men eines Fest­stel­lungs­ver­fah­rens wie dem hie­si­gen auf Grund der Zustän­dig­keits­kon­zen­tra­ti­on aus § 29 Abs. 4 Nr. 3 SGG als Vor­in­stanz nur das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg in Betracht kommt, von Ver­fas­sungs wegen nicht dazu, den Begriff der gene­rel­len Tat­sa­che anders aus­zu­le­gen als üblich.

Eben­so ist die Rüge, ein Ver­stoß gegen das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter erge­be sich aus der feh­len­den Vor­la­ge an den Gro­ßen Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt des Bun­des­so­zi­al­ge­richts, nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert.

Schließ­lich ist der Vor­wurf, das Lan­des­so­zi­al­ge­richt habe gegen das Recht auf den gesetz­li­chen Rich­ter ver­sto­ßen, nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert dar­ge­tan. Die Beschwer­de­füh­rer kri­ti­sie­ren dies­be­züg­lich, das Lan­des­so­zi­al­ge­richt habe kei­ne eige­nen Fest­stel­lun­gen getrof­fen, son­dern "allen­falls Pas­sa­gen" aus einem frü­he­ren Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts "wört­lich oder in indi­rek­ter Rede zitiert", wobei es sich wie­der­um um unzu­läs­si­ge Tat­sa­chen­fest­stel­lun­gen des Bun­des­so­zi­al­ge­richts gehan­delt habe. Ein Ver­fah­rens­feh­ler von ver­fas­sungs­recht­li­cher Rele­vanz ist damit nicht dar­ge­tan, denn die Beschwer­de­füh­rer haben nicht aus­ge­führt, wel­che Fest­stel­lun­gen das Lan­des­so­zi­al­ge­richt noch hät­te tref­fen müs­sen und war­um die erkenn­bar bil­li­gen­de Über­nah­me von Aus­füh­run­gen des Bun­des­so­zi­al­ge­richts hier­zu nicht aus­rei­chen konn­te. War­um ein mög­li­cher Ver­fah­rens­feh­ler des Bun­des­so­zi­al­ge­richts im frü­he­ren Ver­fah­ren dazu füh­ren müss­te, dass mit der Über­nah­me dort auf­ge­führ­ter Argu­men­te zwin­gend auch ein ver­fas­sungs­recht­lich rele­van­ter Ver­fah­rens­ver­stoß des Lan­des­so­zi­al­ge­richts vor­lä­ge, haben die Beschwer­de­füh­rer nicht auf­ge­zeigt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 6. Okto­ber 2016 – 1 BvR 292/​16

  1. LSG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 16.01.2015 – L 1 KR 258/​12 KL[][]
  2. BSG, Urteil vom 17.11.2015 – B 1 KR 15/​15 R[][]
  3. BGBl I S. 2229[]
  4. BAnz 2005 S. 15684[]
  5. BVerfG, Beschluss vom 20.08.2009, BAnz 2009 S. 4450[]
  6. vgl. zur feh­len­den Grund­rechts­fä­hig­keit von Unter­neh­men, die sich über­wie­gend in öffent­li­cher Hand befin­den, BVerfGE 45, 63, 79 f.; stRspr[]
  7. vgl. BVerfGE 45, 63, 78 ff.; 61, 82, 100 f.[]
  8. vgl. BVerfGE 79, 1, 14 f.; 123, 267, 329[]
  9. vgl. BVerfGE 102, 197, 206 f.; 114, 258, 277[]
  10. vgl. BVerfGE 1, 97, 102 ff.; 114, 258, 277[]
  11. vgl. BVerfGE 79, 174, 187 f. zu einer ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Nor­men­kon­trol­le nach § 47 VwGO[]
  12. vgl. BR-Drs. 277/​15, S. 101 f.[]
  13. vgl. dazu BVerfG, Beschluss vom 10.11.2015 – 1 BvR 2056/​12, NJW 2016, S. 1505, 1507[]
  14. vgl. zur Abgren­zung eines blo­ßen error in pro­ce­den­do zu einem Ver­stoß gegen den gesetz­li­chen Rich­ter z.B. BVerfGE 3, 359, 364 f.; 82, 159, 194; 87, 282, 284 f.; 138, 64, 87 f.[]