Trans­pa­renz­be­rich­te

Betrei­ber von Pfle­ge­ein­rich­tun­gen müs­sen die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Ver­öf­fent­li­chung von Prüf­ergeb­nis­sen über ihre Pfle­ge­qua­li­tät im Inter­net und in der Ein­rich­tung grund­sätz­lich dul­den. Nega­ti­ve Bewer­tun­gen in den Trans­pa­rent­be­rich­ten sind wegen des Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis­ses der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und ihrer Ange­hö­ri­ger hin­zu­neh­men.

Trans­pa­renz­be­rich­te

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt hat jetzt aller­dings auf Antrag eines ambu­lan­ten Pfle­ge­diens­tes die Ver­öf­fent­li­chung eines nega­ti­ven Trans­pa­rent­be­richts vor­läu­fig unter­sagt. Dort war für "pfle­ge­ri­sche Leis­tun­gen" die Note 5,0 ver­ge­ben wor­den. Nach Auf­fas­sung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts sei die­se Bewer­tung nach Anga­ben von nur einem der 5 Befrag­ten ver­ge­ben wor­den. Daher sei­en in ver­fas­sungs­kon­for­mer Aus­le­gung der Prüf­vor­schrif­ten min­des­tens 10 statt – wie vor­ge­se­hen – nur 5 Pfle­ge­be­dürf­ti­ge ein­zu­be­zie­hen. Ansons­ten könn­ten die Prüf­ergeb­nis­se sta­tis­tisch unbrauch­bar oder zwei­fel­haft sein. Die­se Zahl wer­de auch von den Wis­sen­schaft­lern gefor­dert, die die Trans­pa­renz­ver­ein­ba­run­gen und bis­he­ri­gen Ergeb­nis­se aus­ge­wer­tet hät­ten.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 8. Juli 2011, L 4 P 44/​10 B ER, rechts­kräf­tig