Trans­pa­renz­be­rich­te für Pfle­ge­hei­me in Sach­sen-Anhalt

Ein wei­te­res Urteil zur Fra­ge der Inter­net-Ver­öf­fent­li­chung der Prüf­be­rich­te über Pfle­ge­hei­me: Nach einer Ent­schei­dung des Lan­des­so­zi­al­ge­richts Sach­sen-Anhalt kön­nen Pfle­ge­hei­me die Inter­net-Ver­öf­fent­li­chung von Trans­pa­renz­be­rich­te nicht blo­ckie­ren.

Trans­pa­renz­be­rich­te für Pfle­ge­hei­me in Sach­sen-Anhalt

Alten- und Pfle­ge­hei­me müs­sen, so das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt, die gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne Ver­öf­fent­li­chung von Prüf­ergeb­nis­sen über ihre Pfle­ge­qua­li­tät dul­den. Sie kön­nen sich grund­sätz­lich nicht gericht­lich gegen den Aus­hang der Trans­pa­renz­be­rich­te im Heim selbst sowie die Ver­öf­fent­li­chung im Inter­net weh­ren. Es genügt, dass sie strit­ti­ge Fra­gen im Vor­feld mit den Lan­des­ver­bän­den der Pfle­ge­kas­sen klä­ren kön­nen, das Recht auf Ver­öf­fent­li­chung eige­ner Stel­lung­nah­men haben und eine Wie­der­ho­lungs­prü­fung ver­lan­gen kön­nen. Wett­be­werbs­nach­tei­le durch nega­ti­ve Bewer­tun­gen sind hin­zu­neh­men und über­wie­gen das Infor­ma­ti­ons­be­dürf­nis der Pfle­ge­be­dürf­ti­gen und ihrer Ange­hö­ri­ger nicht. Etwas anders kann etwa gel­ten, wenn die Trans­pa­renz­be­rich­te fal­sche Tat­sa­chen oder bewuss­te Ver­zer­run­gen ent­hal­ten.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 14. Juni 2010 – L 4 P 3/​10 B ER