Voll­stre­ckungs­frist bei einst­wei­li­gen Anord­nun­gen auf Hartz-IV-Leis­tun­gen

Die Monats­frist zur Voll­stre­ckung einst­wei­li­ger Anord­nun­gen besteht auch im Bereich von Grund­si­che­rungs-Leis­tun­gen nach dem SGB II.

Voll­stre­ckungs­frist bei einst­wei­li­gen Anord­nun­gen auf Hartz-IV-Leis­tun­gen

In einem jetzt vom Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz ent­schie­de­nen Fall hat­te der Antrag­stel­ler vor dem Sozi­al­ge­richt Mainz eine einst­wei­li­ge Anord­nung erreicht, wonach ihm für rück­stän­di­ge Heiz­kos­ten vor­läu­fig ein Dar­le­hen bewil­ligt wer­den soll­te. Das zustän­di­ge Job-Cen­ter leg­te gegen den Beschluss Beschwer­de ein und bewil­lig­te das Dar­le­hen nicht. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat auf die Beschwer­de die Anord­nung auf­ge­ho­ben, weil der Antrag­stel­ler sie nicht inner­halb der dafür gel­ten­den Monats­frist des § 929 Abs. 2 ZPO i.V.m. § 202 SGG gegen das Job-Cen­ter voll­stre­cken ließ. Damit war aus dem Beschluss des Sozi­al­ge­richts Mainz kei­ne Voll­stre­ckung mehr mög­lich und die­ser wur­de wegen geän­der­ter Ver­hält­nis­se auf­ge­ho­ben.

Der Antrag­stel­ler wur­de dar­auf ver­wie­sen, ggf. einen neu­en Antrag auf vor­läu­fi­ge Gewäh­rung eines Dar­le­hens beim Sozi­al­ge­richt Mainz zu stel­len. Eine mög­li­che Aus­nah­me für die Gel­tung der Monats­frist hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Erwä­gun­gen für Fäl­le ange­deu­tet, in denen ein erneu­ter Antrag beim Sozi­al­ge­richt Mainz wegen der Ver­zö­ge­rung zu gegen­wär­tig dro­hen­den, schwe­ren und unzu­mut­ba­ren Beein­träch­ti­gun­gen füh­ren wür­de.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 26. Janu­ar 2010 – L 6 AS 616/​10 B ER