Wenn der Blitz ein­schlägt

Ist es in ca. 150 Metern Ent­fer­nung neben einem Arbeit­neh­mer zu einem Blitz­ein­schlag gekom­men, wor­auf­hin die­ser einen Schock erlit­ten und post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­run­gen ent­wi­ckelt hat, kann die­ses Ereig­nis einen Arbeits­un­fall dar­stel­len.

Wenn der Blitz ein­schlägt

Mit die­ser Begrün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Stutt­gart in dem hier vor­lie­gen­den Fall dem kla­gen­den Arbeit­neh­mer eine Ver­letz­ten­ren­te zuge­spro­chen. Der Klä­ger war Flug­zeug­ab­fer­ti­ger auf dem Stutt­gar­ter Flug­ha­fen und mit der Fäka­li­en­ent­sor­gung an einem Flug­zeug auf dem Roll­feld beschäf­tigt, als in einer Ent­fer­nung von ca. 150 Metern ein Blitz in einen Mast ein­schlug und unter erheb­li­cher Geräusch­ent­wick­lung Gesteins­bro­cken aus dem Beton gelöst und durch die Luft geschleu­dert wur­den. Der Klä­ger erlitt nach den ärzt­li­chen Fest­stel­lun­gen einen Schock und ent­wi­ckel­te in der Fol­ge Sym­pto­me einer post­trau­ma­ti­schen Belas­tungs­stö­rung.

Nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts Stutt­gart stellt die­ses Ereig­nis einen Arbeits­un­fall dar, der als psy­chi­schen Gesund­heits­erst­scha­den einen Schock und in der wei­te­ren Fol­ge eine Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung beim Klä­ger her­vor­ge­ru­fen hat. Dem Klä­ger wur­de eine Ver­letz­ten­ren­te zuge­spro­chen.

Sozi­al­ge­richt Stutt­gart, Urteil vom 15. Mai 2013 – S 21 U 233/​09