Gemäß § 76 Abs. 1 Satz 1 FGO hat das Gericht den Sachverhalt von Amts wegen zu erforschen und dabei die erforderlichen Beweise (§ 81 Abs. 1 Satz 2 FGO) zu erheben. Ein Verfahrensmangel liegt vor, wenn das Finanzgericht einen entscheidungserheblichen Beweisantrag übergeht und das angegriffene Urteil ausgehend vom materiell-rechtlichen Standpunkt des Finanzgerichtes auf der unterbliebenen Zeugenvernehmung beruhen kann1.
Das Finanzgericht muss den angebotenen Beweis jedoch nicht erheben, wenn die hierdurch zu beweisende Tatsache nach dem materiell-rechtlichen Standpunkt des Finanzgerichts für die Entscheidung über den Hauptantrag nicht (mehr) entscheidungserheblich ist.
Bundesfinanzhof, Beschluss vom 22. Januar 2025 – VIII B 123/23
- BFH, Beschlüsse vom 12.02.2018 – X B 64/17, BFH/NV 2018, 538, Rz 10, 11; vom 20.09.2022 – VIII B 82/21, BFH/NV 2022, 1295, Rz 3; vom 04.05.2021 – VIII B 121/20, BFH/NV 2021, 1329, Rz 17; vom 04.06.2024 – VIII B 32/23, BFH/NV 2024, 908, Rz 27[↩]










