Die irr­tüm­li­che Abla­dung – und die trotz­dem durch­ge­führ­te münd­li­che Ver­hand­lung

Die Pflicht des Gerichts zur Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs (vgl. Art. 103 Abs. 1 GG, § 96 Abs. 2 FGO, § 119 Nr. 3 FGO) erfor­dert es u.a., den Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten Gele­gen­heit zu geben, sich zu ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen und Beweis­ergeb­nis­sen zu äußern und ihre für wesent­lich gehal­te­nen Rechts­an­sich­ten vor­zu­tra­gen 1.

Die irr­tüm­li­che Abla­dung – und die trotz­dem durch­ge­führ­te münd­li­che Ver­hand­lung

Dar­an fehlt es, wenn die Klä­ge­rin zur vom Finanz­ge­richt ange­setz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung nicht ord­nungs­ge­mäß gela­den wor­den ist. Dem Fall einer nicht ord­nungs­ge­mä­ßen oder feh­len­den Ladung ist die vor­lie­gen­de Kon­stel­la­ti­on gleich­zu­set­zen, dass die Klä­ge­rin zwar zunächst ord­nungs­ge­mäß zum Ter­min zur münd­li­chen Ver­hand­lung gela­den wor­den ist, danach jedoch irr­tüm­lich abge­la­den wird.

Die den­noch zu dem Ter­min durch­ge­führ­te münd­li­che Ver­hand­lung hat das Recht der Klä­ge­rin auf recht­li­ches Gehör ver­letzt. Dies stellt gemäß § 119 Nr. 3 FGO einen abso­lu­ten Revi­si­ons­grund dar, bei dem die Vor­ent­schei­dung ohne wei­te­re Prü­fung als auf der Ver­let­zung von Bun­des­recht beru­hend anzu­se­hen ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 3. August 2017 – IX B 63/​17

  1. vgl. BFH, Beschlüs­se vom 06.11.2007 – IX B 64/​07, BFH/​NV 2008, 242; vom 01.04.2009 – IX B 174/​07[]