Die Ermitt­lung des wirk­li­chen Kla­ge­be­geh­rens

Das Finanz­ge­richt ist an das Kla­ge­be­geh­ren gebun­den (§ 96 Abs. 1 Satz 2 FGO).

Die Ermitt­lung des wirk­li­chen Kla­ge­be­geh­rens

Es hat dabei das wirk­li­che Kla­ge­be­geh­ren an Hand des gesam­ten Par­tei­vor­brin­gens ein­schließ­lich des Kla­ge­an­trags zu ermit­teln und ver­stößt auch dann gegen § 96 Abs. 1 FGO, wenn es die wört­li­che Fas­sung des Kla­ge­an­trags als maß­geb­lich ansieht, obwohl die­se dem erkenn­ba­ren Kla­ge­ziel nicht ent­spricht 1.

Die Nicht­be­ach­tung der Bin­dungs­wir­kung führt zu einem Ver­stoß gegen die Grund­ord­nung des Ver­fah­rens, der im Revi­si­ons­ver­fah­ren von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen ist 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 4. Mai 2016 – II R 18/​15

  1. BFH, Urteil vom 04.09.2008 – IV R 1/​07, BFHE 222, 220, BSt­Bl II 2009, 335, unter II. 3.b, m.w.N.[]
  2. BFH, Urtei­le in BFHE 222, 220, BSt­Bl II 2009, 335, unter II. 3.b; und vom 19.05.2011 – III R 61/​09, BFH/​NV 2011, 1526; Gräber/​Ratschow, Finanz­ge­richts­ord­nung, 8. Aufl., § 96 Rz 53; Lan­ge in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 96 FGO Rz 200[]