Betriebs­ort einer Tank­stel­le

Ein Tank­stel­len­be­trei­ber hat nach einem Urteil des BFH den Mit­tel­punkt sei­ner gesam­ten betrieb­li­chen Betä­ti­gung i.S. des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG am Ort der Tank­stel­le. Das gilt auch, wenn er über­wie­gend im häus­li­chen Arbeits­zim­mer tätig ist.

Betriebs­ort einer Tank­stel­le

In dem vom Bun­des­fi­nanz­hof zu ent­schei­den­den Fall erziel­te der Klä­ger Ein­künf­te aus dem Betrieb einer Tank­stel­le. Bei der Ermitt­lung sei­nes Gewinns berück­sich­tig­te er Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer und für Fahr­ten von sei­nem Arbeits­zim­mer zur Tank­stel­le nach Dienst­rei­se­grund­sät­zen. Im Anschluss an eine Außen­prü­fung erkann­te der Beklag­te und Revi­si­ons­be­klag­te (das Finanz­amt –FA – ) Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer nur in Höhe von 2 400 DM und die Fahrt­kos­ten nur gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) an und erließ einen auf § 164 Abs. 2 der Abga­ben­ord­nung (AO 1977) gestütz­ten Ände­rungs­be­scheid.

Zu Recht, wie der BFH jetzt befand. Die Auf­fas­sung, der Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung eines Tank­stel­len­be­trei­bers befin­de sich auch dann am Ort der Tank­stel­le, wenn die­ser sei­ne nahe­zu aus­schließ­lich admi­nis­tra­ti­ve und aqui­si­to­ri­sche Tätig­keit über­wie­gend im häus­li­chen Arbeits­zim­mer aus­übe, sei, so der BFH, revi­si­ons­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Auch kön­nen die Auf­wen­dun­gen für Fahr­ten zwi­schen dem häus­li­chen Arbeits­zim­mer und der Tank­stel­le nur gemäß § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6 EStG berück­sich­tigt wer­den.

Fazit: Zuviel Krea­ti­vi­tät bei der Aus­wahl sei­nes Arbeits­plat­zes geht auch nicht immer gut…

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 6. Juli 2005 – XI R 87/​03