Das Auto als Tom­bo­la­preis – steu­er­lich gese­hen

Ergibt sich bei einer Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tung einer Fir­ma für jeden Teil­neh­mer die Gewinn­chan­ce auf ein Fahr­zeug von mehr als 35 Euro, ist die Frei­gren­ze über­schrit­ten und die Anschaf­fungs­kos­ten der Fahr­zeu­ge somit in vol­lem Umfang vom Steu­er­ab­zug aus­ge­schlos­sen.

Das Auto als Tom­bo­la­preis – steu­er­lich gese­hen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Finanz­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eine Com­pu­ter­fir­ma auf Aner­ken­nung der Anschaf­fungs­kos­ten für Kraft­fahr­zeu­ge, die ver­lost wur­den, als Betriebs­aus­ga­ben abge­wie­sen. Eine Com­pu­ter­fir­ma ver­an­stal­te­te anläss­lich ihres zehn­jäh­ri­gen Bestehens eine "Haus­mes­se", zu der nach vor­he­ri­ger Anmel­dung sowohl Bestands­kun­den als auch poten­zi­el­le Neu­kun­den ein­ge­la­den wur­den. Die Ein­tritts­kar­ten stell­ten zugleich Lose für die Ver­lo­sung von 5 VW Golf zum Preis von jeweils 13.200 Euro net­to dar. Vor­aus­set­zung für die Teil­nah­me an der Tom­bo­la war, dass der jewei­li­ge Kun­de an dem Mes­se­tag per­sön­lich erschien und hier­durch sein Los akti­vier­te. Das Finanz­amt ver­sag­te den Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug für die PKW-Anschaf­fungs­kos­ten in Höhe von ins­ge­samt 66.000 Euro. Es ver­trat die Auf­fas­sung, dass es sich hier­bei um Auf­wen­dun­gen für Geschen­ke an Geschäfts­freun­de im Sin­ne des § 4 Absatz 5 Satz 1 Nr. 1 Ein­kom­men­steu­er­ge­setz han­de­le, die nur steu­er­lich abzieh­bar sei­en, wenn sie nicht teu­rer als 35 Euro sei­en.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Finanz­ge­richt Köln zwar ie Ent­schei­dung des Finanz­amts bestä­tigt, aber nicht den gewon­ne­nen PKW, son­dern die in den akti­vier­ten Losen ver­kör­per­te Gewinn­chan­ce als Gegen­stand der Schen­kung ange­se­hen. Da auf der Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tung letzt­lich 1.331 Teil­neh­mer mit gewinn­be­rech­tig­ten Losen anwe­send waren, ergab sich für jeden Teil­neh­mer eine Gewinn­chan­ce von ca. 49 €. Die Frei­gren­ze von 35 € war über­schrit­ten und die Anschaf­fungs­kos­ten somit in vol­lem Umfang vom Steu­er­ab­zug aus­ge­schlos­sen. Ein Preis­aus­schrei­ben oder eine sons­ti­ge Aus­lo­bung lägen im Streit­fall nicht vor. Die Klä­ge­rin kön­ne sich schon des­halb nicht auf die ein­schlä­gi­gen Richt­li­ni­en der Finanz­ver­wal­tung beru­fen, wonach Prei­se anläss­lich eines Preis­aus­schrei­bens oder einer Aus­lo­bung kei­ne Geschen­ke sei­en.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2013 – 13 K 3908/​09