Gewerb­li­che Prä­gung durch aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft

Eine aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft kann unter den glei­chen Vor­aus­set­zun­gen wie eine inlän­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft eine ver­mö­gens­ver­wal­ten­de Per­so­nen­ge­sell­schaft im Sin­ne von § 15 Abs. 3 Nr. 2 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) gewerb­lich prä­gen. Ist aus­schließ­lich die aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft per­sön­lich haf­ten­der Gesell­schaf­ter und Geschäfts­füh­rer der Per­so­nen­ge­sell­schaft, so erzielt die Per­so­nen­ge­sell­schaft gewerb­li­che Ein­künf­te, auch wenn sie kein gewerb­li­ches Unter­neh­men betreibt.

Gewerb­li­che Prä­gung durch aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft

In einem jetzt vom BFH ent­schie­de­nen Streit­fall war der Klä­ger als allei­ni­ger Kom­man­di­tist an meh­re­ren aus­län­di­schen Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten betei­ligt, die nur ver­mö­gens­ver­wal­ten­de Tätig­kei­ten aus­üb­ten. Ein­zi­ge Kom­ple­mentäre und Geschäfts­füh­rer waren aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten. Als die­se aus den Kom­man­dit­ge­sell­schaf­ten aus­schie­den, über­nahm der Klä­ger das gesam­te Ver­mö­gen. Das Finanz­amt ging von einer Betriebs­auf­ga­be aus und rech­ne­te ent­spre­chend den gesell­schafts­ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen die Gewin­ne aus der Auf­de­ckung stil­ler Reser­ven dem Klä­ger zu.

Der BFH ist die­ser Rechts­auf­fas­sung gefolgt. Für eine unter­schied­li­che Behand­lung von in- und aus­län­di­schen Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten spre­chen weder Wort­laut noch Ent­ste­hungs­ge­schich­te der Vor­schrift des § 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 14.03.07 – XI R 15/​05