Ver­lust­rück­trag bei Organ­schaft

Der letz­te vor­or­gan­schaft­li­che Ver­an­la­gungs­zeit­raum ist nicht als unmit­tel­bar vor­an­ge­gan­ge­ner Ver­an­la­gungs­zeit­raum i.S. des § 10d Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 des ers­ten nach­or­gan­schaft­li­chen Ver­an­la­gungs­zeit­raums anzu­se­hen.

Ver­lust­rück­trag bei Organ­schaft

Nach § 10d Abs. 1 Satz 1 EStG 1997 sind nega­ti­ve Ein­künf­te, die bei der Ermitt­lung des Gesamt­be­trags der Ein­künf­te nicht aus­ge­gli­chen wur­den, vom Gesamt­be­trag der Ein­künf­te „des unmit­tel­bar vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­an­la­gungs­zeit­raums“ abzu­zie­hen.

Bezo­gen auf 2003 ist das Streit­jahr aber weder kalen­da­risch noch recht­lich der unmit­tel­bar vor­an­ge­gan­ge­ne Ver­an­la­gungs­zeit­raum. Dies ist viel­mehr aus­schließ­lich der Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2002. Dar­aus, dass zwi­schen den vor­ge­nann­ten Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men ein Organ­schafts­ver­hält­nis zwi­schen der Klä­ge­rin als Organ­ge­sell­schaft und der H‑AG als Organ­trä­ge­rin bestan­den hat, folgt nichts ande­res [1]. Der Rege­lungs­wort­laut ist inso­weit unmiss­ver­ständ­lich. Er stellt allein auf den Zeit­be­zug und hier­bei auf das vor­an­ge­gan­ge­ne Kalen­der­jahr ab (vgl. § 25 Abs. 1 EStG 1997 i.V.m. § 31 Abs. 1 KStG 1999), belässt dazu kei­ne Aus­nah­men und eröff­net des­we­gen auch in der Situa­ti­on der organ­schaft­li­chen Ver­bun­den­heit des Steu­er­pflich­ti­gen mit einer ande­ren Gesell­schaft nach Maß­ga­be von § 14 Abs. 1 Satz 1 i.V.m. § 17 KStG 1999 weder durch Aus­le­gung noch durch Ana­lo­gie­schluss eine Mög­lich­keit, den Rück­trags­zeit­raum vor­zu­ver­le­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. Dezem­ber 2012 – I R 69/​11

  1. eben­so z.B. Her­ling­haus in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 15 KStG Rz 38; Erle/​Heurung in Erle/​Sauter, KStG, 3. Aufl., § 15 Rz 14[]