Adop­ti­ons­kos­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung

Kos­ten für die Adop­ti­on eines Kin­des stel­len ein­kom­men­steu­er­lich kei­ne außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen dar.

Adop­ti­ons­kos­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung

Mit die­ser Begrün­dung hat jetzt das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg die Kla­ge eines Ehe­paars abge­wie­sen, das Kos­ten für die Adop­ti­on eines Kin­des in Höhe von 8.560 € als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen gel­tend gemacht hat­te. Die Klä­ger kön­nen aus Grün­den der pri­mä­ren Ste­ri­li­tät kei­ne leib­li­chen Kin­der zeu­gen und leh­nen aus ethi­schen und gesund­heit­li­chen Grün­den künst­li­che Befruch­tungs­me­tho­den ab.

Da nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs die Kos­ten für eine hete­ro­lo­ge künst­li­che Befruch­tung als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tun­gen steu­er­lich abzugs­fä­hig sind, müs­se das auch für Adop­ti­ons­kos­ten gel­ten, argu­men­tier­ten die Klä­ger.

Das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg folg­te dem jedoch nicht, da die Adop­ti­ons­kos­ten, so das Finanz­ge­richt, nicht zwangs­läu­fig erfolg­ten. Im Unter­schied zur künst­li­chen Befruch­tung lie­ge in Fäl­len der Adop­ti­on auch kei­ne auf das Krank­heits­bild der Betrof­fe­nen abge­stimm­te Heil­be­hand­lung vor.

Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 10. Okto­ber 2011 – 6 K 1880/​10 (nicht rechts­kräf­tig: Revi­si­on beim Bun­des­fi­nanz­hof – VI R 60/​11)