Deut­sches Steu­er­recht – für aus­län­di­sche Sach­aus­schüt­tun­gen

Bei der Anwen­dung des deut­schen Steu­er­rechts auf aus­län­di­sche Sach­ver­hal­te ist eine rechts­ver­glei­chen­de Qua­li­fi­zie­rung der aus­län­di­schen Ein­künf­te nach deut­schem Recht vor­zu­neh­men 1.

Deut­sches Steu­er­recht – für aus­län­di­sche Sach­aus­schüt­tun­gen

Eine Ver­gleich­bar­keit der Sach­aus­schüt­tung mit einer Divi­den­de i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 EStG liegt dann vor, wenn sie aus vor­han­de­nen ‑lau­fen­den oder in frü­he­ren Jah­ren ange­sam­mel­ten- Jah­res­über­schüs­sen der Gesell­schaft ("ear­nings und pro­fits") gezahlt wird.

Eine Rück­zah­lung von nicht in das Nenn­ka­pi­tal geleis­te­ten Ein­la­gen kann u.a. dann vor­lie­gen, wenn die Leis­tun­gen der Kapi­tal­ge­sell­schaft im Wirt­schafts­jahr das Nenn­ka­pi­tal und den im Vor­jahr fest­ge­stell­ten aus­schütt­ba­ren Gewinn über­stei­gen. Eine Ein­la­gen­rück­ge­währ kann sich auch aus der nach aus­län­di­schem Recht auf­ge­stell­ten Bilanz der aus­schüt­ten­den Gesell­schaft erge­ben.

Die Fest­stel­lun­gen zur Steu­er­frei­heit des "Spin-off" nach § 355 I.R.C. des US-ame­ri­ka­ni­schen Rechts geben hier­zu kei­nen Auf­schluss. Zwar darf nach dem für die Steu­er­frei­heit erfor­der­li­chen "Device-Test" die Anteils­ver­tei­lung nicht vor­wie­gend dazu genutzt wer­den, Ein­künf­te und Pro­fi­te der aus­ge­ben­den Gesell­schaft aus­zu­schüt­ten. Abge­stellt wird dabei nach dem vom Finanz­ge­richt ein­ge­hol­ten Gut­ach­ten u.a. dar­auf, ob die Akti­en zum Ver­kauf ver­teilt wer­den (nega­ti­ves Kri­te­ri­um) oder ob die Abspal­tung einen eigen­stän­di­gen wirt­schaft­li­chen Zweck ver­folgt (posi­ti­ves Kri­te­ri­um). Dies lässt jedoch kei­nen Rück­schluss dar­auf zu, ob die Sach­aus­schüt­tung aus dem Gewinn bzw. einer Gewinn­rück­la­ge oder aus den Ein­la­gen finan­ziert wur­de.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Juli 2016 – VIII R 73/​13

  1. vgl. BFH, Urteil vom 23.10.2013 – X R 33/​10, BFHE 243, 332, BSt­Bl II 2014, 103[]
  2. BFH, Urteil vom 13.06.2013 – III R 10/​11, BFHE 241, 562, BSt­Bl II 2014, 706, Rz 29, m.w.N.[]