Dif­fe­renz­kin­der­geld – und die kind­be­zo­ge­ne Berech­nung

Aus der gegen­über § 65 EStG vor­ran­gi­gen Kon­kur­renz­re­gel des Art. 68 VO Nr. 883/​2004 ergibt sich, dass die (hier:) bel­gi­schen Fami­li­en­leis­tun­gen, die auf der Beschäf­ti­gung eines Eltern­teils beru­hen, vor­ran­gig sind und nur inso­weit zur Aus­set­zung des bestehen­den inlän­di­schen Kin­der­geld­an­spruchs füh­ren, wie bei höhe­ren Kin­der­geld­leis­tun­gen Deutsch­lands ergän­zend ein Anspruch auf Dif­fe­renz­kin­der­geld besteht.

Dif­fe­renz­kin­der­geld – und die kind­be­zo­ge­ne Berech­nung

Dabei hat die Berech­nung des Dif­fe­renz­kin­der­gel­des für jedes ein­zel­ne Kind und nicht nach einer Gesamt­be­trach­tung zu erfol­gen, sodass eine Kür­zung des Dif­fe­renz­kin­der­gel­des bei ein­zel­nen Kin­dern nicht durch Ver­rech­nung eines Mehr­be­tra­ges bei ande­ren Kin­dern erfol­gen darf 1.

Die VO Nr. 883/​2004 ent­hält kei­ne Rege­lung zur Berech­nungs­me­tho­de, weil sich die Mit­glied­staa­ten hier­auf nicht eini­gen konn­ten. Dies ist daher Sache des jewei­li­gen Mit­glied­staa­tes. Die inlän­di­schen ein­kom­men­steu­er­li­chen Vor­schrif­ten sind jedoch dem Grun­de und der Höhe nach kind­be­zo­gen. Auch die Güns­ti­ger­prü­fung nach §§ 31 und 32 EStG zwi­schen Kin­der­geld und Kin­der­frei­be­trag ist für jedes ein­zel­ne Kind durch­zu­füh­ren. Die ent­ge­gen­ste­hen­de Rege­lung in der Durch­füh­rungs­an­ord­nung ersetzt kei­ne gesetz­li­che Rege­lung.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Sep­tem­ber 2016 – V R 13/​16

  1. BFH, Urteil vom 04.02.2016 – III R 9/​15, BFHE 253, 139[]