„Dog­sit­ting“ als haus­halts­na­he Dienst­leis­tung

Die Kos­ten für einen „Dog­sit­ter“ sind jeden­falls dann nicht als haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen absetz­bar sind, wenn die Hun­de außer­halb der Woh­nung und des Gar­tens des Steu­er­pflich­ti­gen betreut wer­den.

„Dog­sit­ting“ als haus­halts­na­he Dienst­leis­tung

In dem jetzt vom Finanz­ge­richt Müns­ter ent­schie­de­nen Fall hat der Klä­ger zwei Hun­de, für die er regel­mä­ßig einen Betreu­ungs­ser­vice in Anspruch nimmt. Die Hun­de wur­den vom „Hun­de­sit­ter“ abge­holt und auch wie­der zum Klä­ger zurück gebracht. Eine Betreu­ung der Tie­re in der Woh­nung des Klä­gers oder in des­sen Gar­ten fand nicht statt. Die hier­für ange­fal­le­nen Auf­wen­dun­gen in Höhe von 2.750 € (2008) und 4.702 € (2009) mach­te der Klä­ger als haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen gel­tend. Das Finanz­amt lehn­te die Aner­ken­nung ab.

Zu Recht, wie jetzt das Finanz­ge­richt Müns­ter ent­schied: Zwar han­de­le es sich bei der Tätig­keit des „Dog­sit­ters“ grund­sätz­lich um eine haus­halts­na­he Dienst­leis­tung im Sin­ne des § 35a Abs. 2 EStG. Das Gesetz erfas­se haus­wirt­schaft­li­che Tätig­kei­ten, die übli­cher­wei­se zur Ver­sor­gung der Fami­lie in einem Pri­vat­haus­halt erbracht wür­den. Dazu gehör­ten u.a. Kochen, Wäsche­pfle­ge, Ein­kauf von Ver­brauchs­gü­tern, Rei­ni­gung und Pfle­ge der Räu­me sowie des Gar­tens, Ver­sor­gung und Betreu­ung von Kin­dern und kran­ken Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen. Auch Leis­tun­gen, die für die Ver­sor­gung und Betreu­ung eines in den Haus­halt des Steu­er­pflich­ti­gen auf­ge­nom­me­nen Hun­des erbracht wür­den, sei­en dem­nach grund­sätz­lich haus­halts­nah, denn Tätig­kei­ten wie Füt­tern, Fell­pfle­ge und das Aus­füh­ren des Hun­des wür­den regel­mä­ßig vom Steu­er­pflich­ti­gen oder sons­ti­gen Haus­halts­an­ge­hö­ri­gen erle­digt. Die Gewäh­rung der Steu­er­ermä­ßi­gung des § 35a Abs. 2 EStG schei­te­re im Streit­fall jedoch dar­an, dass die kon­kre­ten Dienst­leis­tun­gen nicht – wie das Gesetz ver­lan­ge – „im“ Haus­halt des Klä­gers erbracht wor­den sei­en.

Zwar hat­te das Finanz­ge­richt Müns­ter nicht dar­über zu ent­schei­den, ob Auf­wen­dun­gen für einen „Dog­sit­ter“, der Tie­re eines Steu­er­pflich­ti­gen in des­sen Haus und Gar­ten ver­sorgt, pflegt und betreut, anzu­er­ken­nen sind – und über die­se Fra­ge hat das Finanz­ge­richt auch nicht ent­schie­den. Aller­dings las­sen die Urteils­grün­de erah­nen, dass ein ent­spre­chen­des Ver­fah­ren wohl zuguns­ten des Steu­er­pflich­ti­gen aus­ge­gan­gen wäre.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 25. Mai 2012 – 14 K 2289/​11 E