Fahr­ten zu stän­dig wech­seln­den Tätig­keits­stät­ten

Mit einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil hat der Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­den, dass die Kos­ten eines Arbeit­neh­mers für die Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und stän­dig wech­seln­den Tätig­keits­stät­ten unab­hän­gig von der Ent­fer­nung, also ab dem ers­ten km in tat­säch­li­cher Höhe als Wer­bungs­kos­ten zu berück­sich­ti­gen sind. Der Ansatz einer Ent­fer­nungs­pau­scha­le, die für Wege zwi­schen Woh­nung und regel­mä­ßi­ger Arbeits­stät­te anzu­set­zen ist, schei­det daher aus.

Fahr­ten zu stän­dig wech­seln­den Tätig­keits­stät­ten

Im Streit­fall hat­te das Finanz­amt bei Fahr­ten des Klä­gers zu wech­seln­den Tätig­keits­stät­ten, die weni­ger als 30 km von sei­nem Wohn­ort ent­fernt lagen, nur die Ent­fer­nungs­pau­scha­le i.H.v. 0,30 € je Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter berück­sich­tigt. Hier­bei berief sich das FA auf älte­re Recht­spre­chung des BFH, wonach die Rege­lung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG zur Ent­fer­nungs­pau­scha­le auch auf Fahr­ten zu stän­dig wech­seln­den Tätig­keits­stät­ten im Ein­zugs­be­reich (sog. 30-km-Gren­ze) anzu­wen­den war.

Der BFH stell­te klar, dass die­se Recht­spre­chung auf­grund geän­der­ter Rechts­la­ge über­holt ist. Er ver­deut­lich­te noch­mals, dass die abzugs­be­schrän­ken­de Rege­lung des § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG (Ent­fer­nungs­pau­scha­le) nicht auf Fahr­ten des Arbeit­neh­mers zu stän­dig wech­seln­den Tätig­keits­stät­ten ange­wen­det wer­den kann. Denn sol­che Ein­satz­stel­len sind ‑anders als eine regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te- nicht auf Dau­er und Nach­hal­tig­keit ange­legt. Der Arbeit­neh­mer kann sich folg­lich nicht auf die immer glei­chen Wege ein­stel­len und so auf eine Min­de­rung der Wege­kos­ten hin­wir­ken.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. Dezem­ber 2008 – VI R 39/​07