Gewinns aus der Ver­äu­ße­rung einer Opti­on auf den Erwerb eines GmbH-Anteils

Der Ver­kauf von Antei­len an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft führt unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen zu einem steu­er­pflich­ti­gen Ver­äu­ße­rungs­ge­winn nach § 17 EStG. Glei­ches gilt für den Ver­kauf von “Anwart­schaf­ten” auf Betei­li­gun­gen.

Gewinns aus der Ver­äu­ße­rung einer Opti­on auf den Erwerb eines GmbH-Anteils

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te sich jetzt mit der Fra­ge zu befas­sen, ob auch der schuld­recht­li­che Anspruch gegen einen Gesell­schaf­ter auf Über­tra­gung eines Gesell­schafts­an­teils (”Call-Opti­on”) zu den Anwart­schaf­ten in die­sem Sin­ne gehört. Er hat dies bejaht und damit eine in der Fach­li­te­ra­tur vor­herr­schen­de Mei­nung abge­lehnt, die nur unmit­tel­bar gegen die Kapi­tal­ge­sell­schaft gerich­te­te Anwart­schaf­ten – ins­be­son­de­re Bezugs­rech­te – erfas­sen will. Für den BFH war ent­schei­dend, dass sich der Inha­ber des Opti­ons­rechts mit des­sen Ver­äu­ße­rung den Ver­mö­gens­zu­wachs der Gesell­schafts­an­tei­le ver­schaf­fen kann.

Im Urteils­fall war dem Letz­ter­wer­ber die GmbH-Betei­li­gung 30 Mio. DM wert. Davon hat er 20 Mio. DM an den Inha­ber des Opti­ons­rechts gezahlt und nach Aus­übung der Opti­on noch ein­mal 10 Mio. DM an den opti­ons­ver­pflich­te­ten Gesell­schaf­ter. Beim Ver­käu­fer des Opti­ons­rechts war ein steu­er­pflich­ti­ger Gewinn auf der Grund­la­ge des Ver­kaufs­prei­ses von 20 Mio. DM zu ermit­teln.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2007 – VIII R 14/​06