Kein Kin­der­geld bei Abschie­bungs­ver­bot

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat bereits in frü­he­ren Urtei­len 1 ent­schie­den, dass der Gesetz­ge­ber bei der Neu­re­ge­lung der Kin­der­geld­be­rech­ti­gung in § 62 Abs. 2 EStG im Rah­men des ihm zuste­hen­den Gestal­tungs­spiel­raums han­del­te, als er die Kin­der­geld­be­rech­ti­gung von Aus­län­dern vom Besitz bestimm­ter Auf­ent­halts­ti­tel nach dem Auf­en­thG abhän­gig mach­te und bei ein­zel­nen Titeln, die einen schwä­che­ren auf­ent­halts­recht­li­chen Sta­tus ver­mit­teln, dar­über hin­aus einen min­des­tens drei­jäh­ri­gen recht­mä­ßi­gen, gestat­te­ten oder gedul­de­ten Auf­ent­halt im Bun­des­ge­biet sowie eine berech­tig­te Erwerbs­tä­tig­keit, dem Bezug lau­fen­der Geld­leis­tun­gen nach dem SGB 3 oder die Inan­spruch­nah­me von Eltern­zeit vor­aus­setz­te (§ 62 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. c, Nr. 3 EStG).

Kein Kin­der­geld bei Abschie­bungs­ver­bot

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat die­se Auf­fas­sung seit­dem mehr­fach bestä­tigt 2, und zwar auch für eine Klä­ge­rin, die –wie der Klä­ger– über eine Auf­ent­halts­er­laub­nis nach § 25 Abs. 3 Auf­en­thG ver­füg­te und Leis­tun­gen nach dem SGB II bezog 3. Dage­gen, dass § 62 Abs. 2 Nr. 3 Buchst. c EStG nicht zwi­schen Antrag­stel­lern mit einer Auf­ent­halts­er­laub­nis nach § 25 Abs. 3 Auf­en­thG und nach § 25 Abs. 5 Auf­en­thG dif­fe­ren­ziert, bestehen kei­ne ver­fas­sungs­recht­li­chen Beden­ken.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 17. März 2010 – III B 61/​09

  1. BFH, Urtei­le vom 15.03.2007 – III R 93/​03, BFHE 217, 443, BFH/​NV 2007, 1234; sowie in BFHE 220, 45, BSt­Bl II 2009, 913[]
  2. z.B. BFH, Urtei­le vom 28.05.2009 – III R 13/​07, BFH/​NV 2009, 1638; und vom 30.07.2009 – III R 47/​07, BFH/​NV 2009, 1984[]
  3. BFH, Beschluss vom 23.10.2009 – III S 72/​08 (PKH), BFH/​NV 2010, 203[]