Müt­ter­ren­te – und ihre Besteue­rung

Ren­ten zäh­len grund­sätz­lich zu den sons­ti­gen Ein­künf­ten gemäß § 22 EStG. Das heißt aber nicht, dass alle Ren­ten gleich besteu­ert wer­den. Viel­mehr ist für Ren­ten­emp­fän­ger die ent­schei­den­de Fra­ge: Wie hoch ist der steu­er­pflich­ti­ge Anteil mei­ner Ren­te?

Müt­ter­ren­te – und ihre Besteue­rung

Steu­er­lich gese­hen gibt es ver­schie­de­ne Grup­pen von Ren­ten:

  • Ren­ten, die nach­ge­la­gert besteu­ert wer­den (zum Bei­spiel die Ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung). Der Besteue­rungs­an­teil der Ren­te hängt hier vom Jahr des Ren­ten­be­ginns ab;
  • nur mit dem Ertrags­an­teil steu­er­pflich­ti­ge Ren­ten (zum Bei­spiel Ren­ten aus pri­va­ten Ver­si­che­run­gen oder Zusatz­ver­sor­gungs­ren­ten nach dem öffent­li­chen Dienst);
  • Ren­ten, die in vol­ler Höhe steu­er­pflich­tig sind, soweit sie auf steu­er­frei­en bzw. steu­er­lich geför­der­ten Bei­trä­gen beru­hen (zum Bei­spiel Ren­ten aus der betrieb­li­chen Alters­vor­sor­ge oder eine Ries­ter-Ren­te);
  • Ren­ten, die in vol­ler Höhe steu­er­frei sind (zum Bei­spiel die Ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung).

Frag­lich war nun, wie die Müt­ter­ren­te steu­er­lich zu behan­deln ist. Die­se Ren­te bezeich­net umgangs­sprach­lich die Neu­re­ge­lung der Ren­ten­punk­te für Müt­ter, deren Kin­der vor dem 1. Janu­ar 1992 gebo­ren wur­den: pro Kind wird hier ein zusätz­li­cher Ren­ten­punkt ver­ge­ben. Die Rege­lung trat Mit­te 2014 in Kraft und bestimmt, dass Müt­ter oder Väter für die Erzie­hungs­zei­ten ihrer vor 1992 gebo­re­nen Kin­der zwei Kin­der­er­zie­hungs­jah­re aner­kannt bekom­men statt (wie bis­her) nur eins. Das zusätz­li­che Jahr ist für die Ren­te genau­so viel wert wie ein Beschäf­ti­gungs­jahr eines Durch­schnitts­ver­die­ners.

Zur Fra­ge nach der Besteue­rung der Müt­ter­ren­ten hat das Finanz­mi­nis­te­ri­ums Schles­wig-Hol­stein erklärt, dass es sich bei der Ren­ten­er­hö­hung durch die Müt­ter­ren­te nicht um eine regel­mä­ßi­ge Ren­ten­an­pas­sung han­delt, son­dern um eine außer­or­dent­li­che Neu­fas­sung des Jah­res­be­trags der Ren­te. Das hat zur Fol­ge, dass der steu­er­freie Teil der Ren­te neu berech­net und um den steu­er­frei­en Teil der Müt­ter­ren­te erhöht wer­den muss.

Kurz gesagt: Die Müt­ter­ren­te ist nicht kom­plett steu­er­pflich­tig, son­dern mit dem glei­chen Pro­zent­satz steu­er­frei wie die ursprüng­li­che Ren­te (Fin­Min Schles­wig-Hol­stein, Ein­kom­men­steu­er-Kurz­in­for­ma­ti­on Nr. 2014/​18 vom 10.11.2014).

Hin­weis: Ein Anspruch auf Müt­ter­ren­te besteht nur, wenn die Betrof­fe­nen min­des­tens fünf Bei­trags­jah­re vor­wei­sen kön­nen. Bei feh­len­den Bei­trags­jah­ren besteht die Mög­lich­keit, Bei­trä­ge frei­wil­lig nach­zu­zah­len.