Pend­ler­pau­scha­le unter Vor­be­halt

In den letz­ten Tagen hat die Pra­xis der Finanz­äm­ter für eini­ge Ver­wir­rung gesorgt, die nach dem Urteil des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ab dem ers­ten Ent­fer­nungs­ki­lo­me­ter zu berück­sich­ti­gen­de Pend­ler­pau­scha­le nun doch nur "unter Vor­be­halt" fest­zu­set­zen.

Pend­ler­pau­scha­le unter Vor­be­halt

Die Ant­wort des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums zu die­ser Pra­xis:

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts hat am 9. Dezem­ber 2008 ent­schie­den, dass die Abschaf­fung der Pend­ler­pau­scha­le mit Wir­kung zum 01. Janu­ar 2007 nicht mit den Regeln des Grund­ge­set­zes ver­ein­bar ist. Bis zu einer gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung ist im "Wege der vor­läu­fi­gen Steu­er­fest­set­zung" rück­wir­kend ab dem 1. Janu­ar 2007 wie­der das bis zum 31.12.2006 geld­en­den Recht anzu­wen­den.

Die Bun­des­re­gie­rung hat erklärt, dass ange­sichts der aktu­el­len wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on kei­ne Mass­nah­men ergrif­fen wer­den, um die mit der Umset­zung des Urteils ein­her­ge­hen­den Steu­er­aus­fäl­le von ins­ge­samt rd. 7,5 Mrd. € für die Jah­re 2007 – 2009 an ande­rer Stel­le ein­zu­spa­ren. Eine gesetz­li­che Neu­re­ge­lung der Pend­ler­pau­scha­le ist in der lau­fen­den Legis­la­tur­pe­ri­ode nicht geplant.

Will sagen: Es wird vor­läu­fig fest­ge­setzt, weil das BVerfG das so ange­ord­net habe. Tat­säch­lich hat das BVerfG dem Gesetz­ge­ber aber nur die Mög­lich­keit gege­ben, eine neue, ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lung zu erlas­sen. Wenn dies tat­säch­lich nicht beab­sich­tigt ist, bedarf es auch kei­ner Vor­läu­fig­keits­ver­mer­ke in den Steu­er­be­schei­den.

Bleibt also wei­ter­hin die Fra­ge: Will sich der Fis­kus viel­leicht doch noch eine Hin­ter­tür für eine erneu­te Abschaf­fung offen hal­ten?