Sach­spen­den an ein por­tu­gie­si­sches Senio­ren­heim

Eine Spen­de an einen aus­län­di­schen Spen­den­emp­fän­ger berech­tigt dann zum Spen­den­ab­zug, wenn der Spen­den­emp­fän­ger nach dem jewei­li­gen natio­na­lem Recht die Anfor­de­run­gen an eine gemein­nüt­zi­ge Ein­rich­tung erfüllt.

Sach­spen­den an ein por­tu­gie­si­sches Senio­ren­heim

So hat das Finanz­ge­richt Müns­ter in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Klä­gers, der Sach­spen­den an ein por­tu­gie­si­sches Senio­ren­heim als Son­der­aus­ga­ben gel­tend macht. Der Heim­be­trei­ber ist eine juris­ti­sche Per­son, die mit einem rechts­fä­hi­gen Ver­ein ver­gleich­bar ist. Das beklag­te Finanz­amt ver­sag­te den Abzug zunächst mit der Begrün­dung, dass der Spen­den­emp­fän­ger Inlän­der sein müs­se. Das im ers­ten Rechts­zug ergan­ge­ne Urteil, das die Auf­fas­sung des Finanz­amts bestä­tig­te, hob der Bun­des­fi­nanz­hof auf 1, nach­dem der Euro­päi­sche Gerichts­hof die Ver­sa­gung der Spen­de als Ver­stoß gegen die Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit für gemein­schafts­rechts­wid­rig erklärt hat­te 2.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter ist nach Prü­fung im zwei­ten Rechts­zug zu dem Ergeb­nis gelangt, dass der Spen­den­emp­fän­ger nach natio­na­lem Recht die Anfor­de­run­gen an eine gemein­nüt­zi­ge Ein­rich­tung hier nicht erfül­le. Der Betrei­ber des Senio­ren­heims för­de­re nach sei­ner Sat­zung zwar gemein­nüt­zi­ge Zwe­cke. Die Sat­zung ent­hal­te aber kei­ne aus­drück­li­chen Rege­lun­gen zur Mit­tel­ver­wen­dung und auch aus der Aus­le­gung aller Sat­zungs­be­stim­mun­gen sei die erfor­der­li­che Ver­mö­gens­bin­dung nicht erkenn­bar. Über­dies ent­hiel­ten die vom Klä­ger vor­ge­leg­ten Spen­den­be­schei­ni­gun­gen kei­nen Nach­weis dar­über, dass der Emp­fän­ger die Gegen­stän­de zur För­de­rung der gemein­nüt­zi­gen Zwe­cke ver­wen­det habe.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 8. März 2012 – 2 K 2608/​09 E

  1. BFH, Urteil vom 27.05.2009 – X R 46/​05[]
  2. EuGH, Urteil vom 27.01.2009 – C‑318/​07[]