Vor­weg­ge­nom­me­ne haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen

Die Auf­wen­dun­gen für haus­halts­na­he Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se kön­nen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen nach § 35a EStG bei der Ein­kom­men­steu­er berück­sich­tigt wer­den. Für vor­weg­ge­nom­me­ne haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen ist aller­dings nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter kei­ne Steu­er­ermä­ßi­gung mög­lich.

Vor­weg­ge­nom­me­ne haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen

Mit die­ser Begrün­dung ver­sag­te das Finanz­ge­richt Müns­ter jetzt für Auf­wen­dun­gen für eine Gar­ten­ge­stal­tung, die der Steu­er­pflich­ti­ge zeit­lich deut­lich vor sei­nem Ein­zug in sein Ein­fa­mi­li­en­haus hat durch­füh­ren las­sen, die ein­kom­men­steu­er­li­che Berück­sich­ti­gung als – vor­weg­ge­nom­me­ne – haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen gemäß § 35a Abs. 2 EStG.

In dem jetzt vom Finanz­ge­richt Müns­ter ent­schie­de­nen Fall erwar­ben die Klä­ger im August 2006 ein bebau­tes Grund­stück. Das hier­auf befind­li­che Wohn­ge­bäu­de soll­te abge­ris­sen wer­den, um anschlie­ßend eines neu­es – zu eige­nen Wohn­zwe­cken zu nut­zen­des – Ein­fa­mi­li­en­haus zu errich­ten. Die Ver­käu­fe­rin konn­te das Alt­ge­bäu­de noch bis Dezem­ber 2006 selbst nut­zen. Im Novem­ber 2006 lie­ßen die Klä­ger auf dem erwor­be­nen Grund­stück Gar­ten­ar­bei­ten durch­füh­ren. Abriss, Neu­bau und Ein­zug der Klä­ger erfolg­ten im Jahr 2007. In ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für das Streit­jahr 2006 mach­ten die Klä­ger die Auf­wen­dun­gen für die Gar­ten­ar­bei­ten als Steu­er­ermä­ßi­gung für haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen gemäß § 35a Abs. 2 EStG gel­tend. Das Finanz­amt lehn­te dies ab.

Zurecht, wie jetzt das Finanz­ge­richt Müns­ter ent­schied: § 35a Abs. 2 EStG in der im Streit­jahr 2006 gel­ten­den Fas­sung set­ze, so das Finanz­ge­richt, grund­sätz­lich vor­aus, dass bereits zum Zeit­punkt der Durch­füh­rung der Maß­nah­men ein Haus­halt des Steu­er­pflich­ti­gen in dem betref­fen­den Objekt begrün­det wor­den sein müs­se. Vor­weg­ge­nom­me­ne haus­halts­na­he Dienst­leis­tun­gen sei­en jeden­falls dann nicht steu­er­lich begüns­tigt, wenn – wie im Streit­fall – eine erheb­li­che zeit­li­che Dis­kre­panz zwi­schen der Maß­nah­me und der Begrün­dung des Haus­halts durch Ein­zug lie­ge.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 21. Mai 2010 – 14 K 1141/​08 E