Ein­satz­wech­sel­tä­tig­keit und die Drei­mo­nats­frist

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat mit Urteil vom 27. Juli 2004 ent­ge­gen den Rege­lun­gen in den Lohn­steu­er­richt­li­ni­en ent­schie­den, dass bei einer Ein­satz­wech­seltätig­keit die Drei­mo­nats­frist des § 4 Abs. 5 Satz 1 und Nr. 5 Satz 5 EStG anzu­wen­den ist, wenn ein Arbeit­neh­mer im län­ger­fris­tig vorüber?gehend an der­sel­ben aus­wär­ti­gen Tätig­keits­stät­te ein­ge­setzt wird.

Ein­satz­wech­sel­tä­tig­keit und die Drei­mo­nats­frist

Aus Ver­trau­ens­schutz­grün­den will die Finanz­ver­wal­tung die­ses Urteil vor­be­halt­lich einer etwai­gen Geset­zes­än­de­rung all­ge­mein jedoch erst für nach dem 31. Dezem­ber 2005 begin­nen­de Lohn­zah­lungs- bzw. Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me anzu­wen­den. Ent­spre­chen­des gilt für die Rege­lung in Num­mer 3 „Ein­satz­wech­sel­tä­tig­keit“ des BMF-Schrei­bens vom 30. Juni 2004 (BSt­Bl I S. 582), wonach nach Ablauf der Drei­mo­nats­frist die Abwe­sen­heits­zeit von der aus­wär­ti­gen Unter­kunft maß­ge­bend ist. Für den Zeit­raum bis zum 31. Dezem­ber 2005 ist nicht zu bean­stan­den, wenn bei einer län­ger­fris­ti­gen vor­über­ge­hen­den Ein­satz­wech­sel­tä­tig­keit an der­sel­ben aus­wär­ti­gen Tätig­keits­stät­te wei­ter­hin nach R 39 Abs. 1 Satz 5 LStR ver­fah­ren wird.

BMF-Schrei­ben vom 11.04.2005 – IV C 5 – S 2353 – 77/​05