Was ist die Finanz­trans­ak­ti­on­steu­er?

Eine Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er wird auf jede finan­zi­el­le Trans­ak­ti­on erho­ben (börs­lich und außer­börs­lich), es gibt sie in unter­schied­li­cher Form schon in ver­schie­de­nen Staa­ten. Auch in Deutsch­land wäre sie nichts Neu­es, es gab ab 1881 immer­hin bis 1992 eine Stem­pel­steu­er, in Groß­bri­tan­ni­en gibt es die­se heu­te noch. Im Zuge der Ver­wer­fun­gen an den Finanz­märk­ten ab 2007 wur­de in Euro­pa über eine ein­heit­li­che Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er für das Euro-Wäh­rungs­ge­biet dis­ku­tiert, doch die letz­ten Ver­hand­lun­gen dar­über sind im Dezem­ber 2015 vor­erst geschei­tert.

Was ist die Finanz­trans­ak­ti­on­steu­er?

Was wür­de eine Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er bewir­ken?

So eine Steu­er wird, wenn sie kommt, im Pro­mil­le­be­reich erho­ben. Man redet bis­lang von 0,1 % beim Akti­en­han­del und 0,01 % beim Deri­va­te­han­del. Damit wären bei­spiels­wei­se CFDs, Binä­re Optio­nen, Knock-outs und klas­si­sche Optio­nen gemeint. Der Forex-Spot­han­del soll nach den Inten­tio­nen der EU-Finanz­mi­nis­ter befreit wer­den, was bedeu­ten wür­de, der Han­del mit gan­zen Lots (100.000 Devi­sen­ein­hei­ten) und auch mit Mini- und Mikro­lots (10.000 und 1.000 Ein­hei­ten) blie­be steu­er­frei. Wich­tig zu wis­sen ist aller­dings: Die Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er betrifft nicht nur den börs­li­chen Han­del. CFDs und Binä­re Optio­nen mit ihrem OTC-Han­del (außer­börs­lich) wären vor­aus­sicht­lich betrof­fen, wie das Bro­ker­ver­gleichs­por­tal www.online-broker-vergleich.info spe­ku­liert. Da gera­de die­se Deri­va­te ohne Gebüh­ren gehan­delt wer­den, dürf­ten die Bro­ker Spreads erhe­ben bzw. ver­grö­ßern. Beim börs­li­chen Han­del mit Knock-outs und klas­si­schen Optio­nen hin­ge­gen könn­ten die Bro­ker die Steu­er auf die Gebüh­ren umle­gen. Wenn ein Bro­ker also bis­lang bei­spiels­wei­se für eine Order bis 1.500 Euro eine Grund­ge­bühr von 5,90 Euro und eine Pro­vi­si­on für den Emit­ten­ten von oft 20 Cent erhebt, könn­ten nun 0,01 % Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er hin­zu­kom­men. Die Order wür­de sich bei einem Volu­men von glatt 1.000 Euro um 10 Cent ver­teu­ern. Das wäre wohl auch bei CFDs und Binä­ren Optio­nen zu erwar­ten, nur dass hier der Spread etwas brei­ter wür­de (CFDs) bzw. über­haupt erst ein­mal erho­ben wer­den müss­te (Binä­re Optio­nen). Für die Anbie­ter von Binä­ren Optio­nen, die als Mar­ket Maker auf­tre­ten und bis­lang mit dem spread- und gebüh­ren­frei­en Han­del wer­ben, wäre das eine gewal­ti­ge Umstel­lung.

Euro­päi­sche Ver­hand­lun­gen über die Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er

Die euro­päi­schen Ver­hand­lun­gen wur­den zuletzt zwi­schen den Finanz­mi­nis­tern von zehn Euro­staa­ten geführt, dar­un­ter Deutsch­land, Öster­reich und Frank­reich. Eigent­lich hat­ten die Staa­ten, die zum “Kern­eu­ro­pa” gerech­net wer­den, die euro­päi­sche – ein­heit­li­che – Finanz­trans­ak­ti­ons­steu­er ab 2016 ein­füh­ren wol­len, sich aber weder über die Durch­füh­rung noch über den Steu­er­satz eini­gen kön­nen. Die Durch­füh­rung ist tech­nisch sehr kom­pli­ziert. Man stel­le sich den akti­ven Han­del an den Bör­sen und außer­börs­lich vor: Täg­lich wer­den Mil­li­ar­den von Trans­ak­tio­nen durch­ge­führt. Es gibt heu­te auto­ma­ti­sche Han­dels­sys­te­me, die 20.000 Ope­ra­tio­nen pro Sekun­de (!) für ein ein­zi­ges Han­dels­kon­to durch­füh­ren. Jede die­ser Trans­ak­tio­nen müss­te besteu­ert, die­se Besteue­rung müss­te doku­men­tiert und über­wacht wer­den. Mög­lich ist das natür­lich, die Stem­pel­steu­er auf Akti­en­ge­schäf­te exis­tiert immer­hin in Groß­bri­tan­ni­en und wird dort auch tech­nisch sau­ber erho­ben. Wahr­schein­lich sind die Ver­hand­lun­gen eher man­gels Teil­neh­mer­zahl geschei­tert, denn das Kapi­tal