Ein­spruchs­ein­le­gung per eMail – und die Rechts­be­helfs­be­leh­rung

Eine Rechts­be­helfs­be­leh­rung muss nicht auf die Mög­lich­keit der Ein­spruchs­ein­le­gung durch E‑Mail hin­wei­sen.

Ein­spruchs­ein­le­gung per eMail – und die Rechts­be­helfs­be­leh­rung

Nach § 157 Abs. 1 Satz 3 AO hat eine Beleh­rung dar­über zu erfol­gen, wel­cher Rechts­be­helf zuläs­sig ist und bin­nen wel­cher Frist und bei wel­cher Behör­de er ein­zu­le­gen ist. Eine Rechts­be­helfs­be­leh­rung, die –wie im Streit­fall– den Wort­laut der ein­schlä­gi­gen Bestim­mung des § 357 Abs. 1 AO wie­der­gibt und ver­ständ­lich über all­ge­mei­ne Merk­ma­le des Frist­be­ginns sowie der Frist­dau­er infor­miert, ist aus­rei­chend1.

Auf die Mög­lich­keit einer Ein­spruchs­ein­le­gung in elek­tro­ni­scher Form brauch­te die Fami­li­en­kas­se somit auch dann nicht hin­zu­wei­sen, wenn sie durch Anga­be einer E‑Mail-Adres­se kon­klu­dent einen „Zugang” im Sin­ne von § 87a Abs. 1 Satz 1 AO eröff­net hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 12. Okto­ber 2012 – III B 66/​12

  1. BFH, Urteil vom 07.03.2006 – X R 18/​05, BFHE 212, 407, BSt­Bl II 2006, 455, m.w.N.