Sach­auf­klä­rungs­pflicht des Finanz­ge­richts – und die unter­las­se­ne Rüge

Bei der Ver­let­zung der Sach­auf­klä­rungs­pflicht han­delt es sich um einen ver­zicht­ba­ren Ver­fah­rens­man­gel (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO), bei dem das Rüge­recht nicht nur durch eine aus­drück­li­che oder kon­klu­den­te Ver­zichts­er­klä­rung gegen­über dem Finanz­ge­richt ver­lo­ren geht, son­dern auch durch das blo­ße Unter­las­sen einer recht­zei­ti­gen Rüge [1]. Ein Ver­zichts­wil­le ist dafür nicht erfor­der­lich [2].

Sach­auf­klä­rungs­pflicht des Finanz­ge­richts – und die unter­las­se­ne Rüge

Dass der Klä­ger die münd­li­che Ver­hand­lung ver­las­sen hat, geht inso­weit zu sei­nen Las­ten.

Im Übri­gen war im vor­lie­gen­den Fall nicht dar­ge­tan, wes­halb er die Nicht­er­he­bung wei­te­rer Bewei­se nicht vor Ver­las­sen der münd­li­chen Ver­hand­lung gerügt hat. Er konn­te zu Beginn der Sit­zung erken­nen, wel­che Zeu­gen das Finanz­ge­richt zu ver­neh­men gedach­te.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 2. März 2017 – XI B 81/​16

  1. BFH, Beschluss vom 06.12 2011 – XI B 44/​11, BFH/​NV 2012, 745, m.w.N.[]
  2. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 27.10.2011 – VI B 79/​11, BFH/​NV 2012, 235, Rz 7; vom 18.02.2013 – XI B 117/​11, BFH/​NV 2013, 981, Rz 17 f.[]