Bar­ein­nah­men im Taxi­ge­wer­be – Auf­zeich­nungs- und Auf­be­wah­rungs­pflich­ten

Die­se Rechts­fra­ge, ob Taxi­un­ter­neh­mer Bar­geld­ein­nah­men (Tages­quit­tun­gen) täg­lich in der Buch­hal­tung erfas­sen müs­sen, ist durch die Recht­spre­chung des BFH bereits hin­rei­chend geklärt. Hier­nach müs­sen auch bei einem Taxi­un­ter­neh­mer, der sei­nen Gewinn durch Ein­nah­men­über­schuss­rech­nung ermit­telt, die Betriebs­ein­nah­men und Betriebs­aus­ga­ben durch Bele­ge nach­ge­wie­sen wer­den [1].

Bar­ein­nah­men im Taxi­ge­wer­be – Auf­zeich­nungs- und Auf­be­wah­rungs­pflich­ten

Die sich aus § 22 UStG i.V.m. §§ 63 bis 68 UStDV erge­ben­de Pflicht zur Ein­zel­auf­zeich­nung wirkt dabei unmit­tel­bar auch hin­sicht­lich der Besteue­rung nach dem EStG. Gemäß § 22 Abs. 2 Nr. 1 UStG i.V.m. § 63 Abs. 1 UStDV sind u.a. auch die ver­ein­nahm­ten Ent­gel­te so auf­zu­zeich­nen, dass es einem sach­ver­stän­di­gen Drit­ten inner­halb einer ange­mes­se­nen Zeit mög­lich ist, einen Über­blick über die Umsät­ze des Unter­neh­mers und die abzieh­ba­ren Vor­steu­ern zu erhal­ten.

Dabei hat es der Bun­des­fi­nanz­hof enicht offen gelas­sen, ob eine Pflicht zu täg­li­chen Auf­zeich­nun­gen besteht oder ob auch wöchent­li­che Auf­zeich­nun­gen genü­gen. Viel­mehr hat er aus­ge­führt, dass jede ein­zel­ne Bar­ein­nah­me auf­zu­zeich­nen ist [2], wor­aus sich ohne wei­te­res ergibt, dass täg­li­che und wöchent­li­che Auf­zeich­nun­gen der Bar­ein­nah­men nicht genü­gen.

Von die­ser grund­sätz­lich auch für Taxi­un­ter­neh­mer gel­ten­den Pflicht zur Ein­zel­auf­zeich­nung der Bar­ein­nah­men macht der Bun­des­fi­nanz­hof auf­grund der bran­chen­spe­zi­fi­schen Beson­der­hei­ten des Taxi­ge­wer­bes nur dann eine Aus­nah­me, wenn die sog. Schicht­zet­tel in Ver­bin­dung mit den Anga­ben, die sich auf dem Kilo­me­ter­zäh­ler und dem Taxa­me­ter des ein­zel­nen Taxis able­sen las­sen, vor­han­den sind und nach den Vor­ga­ben des § 147 Abs. 1 AO auf­be­wahrt wer­den [3].

Von der Auf­be­wah­rung die­ser Ein­nah­men­ur­sprungs­auf­zeich­nun­gen kann nur dann abge­se­hen wer­den, wenn deren Inhalt unmit­tel­bar nach Aus­zäh­lung der Tages­kas­se in das in Form anein­an­der­ge­reih­ter Tages­kas­sen­be­rich­te geführ­te Kas­sen­buch über­tra­gen wird [4].

Inso­weit hat der BFH im Beschluss vom 25.10.2012 – X B 133/​11 [5] betont, dass die Auf­be­wah­rung der Schicht­zet­tel nur ent­behr­lich ist, wenn deren Inhalt täg­lich ‑und nicht nur in grö­ße­ren Zeit­ab­stän­den- nach Aus­zäh­lung der Tages­kas­se in das in Form anein­an­der­ge­reih­ter Tages­kas­sen­be­rich­te geführ­te Kas­sen­buch über­tra­gen wird. Ent­spre­chend hat der BFH aus­ge­führt, dass das Finanz­amt sowohl bei Ver­let­zung der Auf­be­wah­rungs­pflicht als auch bei Ver­let­zung der Auf­zeich­nungs­pflicht dem Grun­de nach zur Schät­zung berech­tigt ist [6].

Aus dem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 14.12 2011 [7] folgt schon des­halb nichts ande­res, weil die­ses zu einem buch­füh­ren­den Kan­ti­nen­be­trieb und damit zu einem nicht ver­gleich­ba­ren Fall ergan­gen ist. Erneu­ter Klä­rungs­be­darf ergibt sich auch nicht aus Ent­schei­dun­gen, wonach wesent­li­che Män­gel bei Auf­zeich­nung der Kas­sen­ein­nah­men in Ein­zel­fäl­len ange­nom­men wur­den, weil erst nach 14 Tagen oder nur ein­mal im Monat Auf­zeich­nun­gen vor­ge­nom­men wur­den. Inso­weit wer­den ‑im Umkehr­schluss- Auf­zeich­nungs­män­gel aus­schließ­lich nach ent­spre­chend lan­gen auf­zeich­nungs­frei­en Zei­ten ange­nom­men.

Eben­so wenig erge­ben sich aus dem Schrei­ben der Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on Karls­ru­he vom 23.02.2009 an den Taxi­ver­band Deutsch­land e.V. neue Gesichts­punk­te. Auch hier­in wird auf die sich aus dem Umsatz­steu­er­recht erge­ben­de Pflicht zur Ein­zel­auf­zeich­nung der ver­ein­nahm­ten Ent­gel­te hin­ge­wie­sen. Auch steht es nicht im Wider­spruch zu der dar­ge­leg­ten BFH-Recht­spre­chung, wenn die Ober­fi­nanz­di­rek­ti­on Karls­ru­he kei­ne steu­er­recht­li­che Ver­pflich­tung für Taxi­un­ter­neh­mer zur Doku­men­ta­ti­on des ein­ge­setz­ten Per­so­nals, der jewei­li­gen Arbeits­zei­ten, der Kilo­me­ter­leis­tung der ein­zel­nen Fahr­zeu­ge oder zum Füh­ren soge­nann­ter Schicht­zet­tel erkennt. Denn auch der BFH sieht sol­che ande­ren For­men der Auf­zeich­nung nur als Erleich­te­rung an, die der Taxi­un­ter­neh­mer nicht in Anspruch zu neh­men braucht, wenn er statt­des­sen jede ein­zel­ne Bar­ein­nah­me auf­zeich­net.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 18. März 2015 – III B 43/​14

  1. BFH, Urteil vom 26.02.2004 – XI R 25/​02, BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599, m.w.N., Rz 30 ff.[]
  2. BFH, Urteil in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599, m.w.N., Rz 33[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599, m.w.N., Rz 32 ff.[]
  4. BFH, Urteil in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599, m.w.N., Rz 34[]
  5. BFH/​NV 2013, 341, Rz 6[]
  6. BFH, Urteil in BFHE 205, 249, BStBl II 2004, 599, m.w.N., Rz 36[]
  7. BFH, Urteil vom 14.12.2011 – XI R 5/​10, BFH/​NV 2012, 1921[]