Motor­sport – und der Vor­steu­er­aus­schluss

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat bereits ent­schie­den, dass der Vor­steu­er­aus­schluss gemäß § 15 Abs. 1a UStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG für Auf­wen­dun­gen für Segel­yach­ten und Motor­yach­ten sowohl hin­sicht­lich der lau­fen­den Auf­wen­dun­gen als auch hin­sicht­lich der Erwerbs­kos­ten im Ein­klang mit dem Uni­ons­recht steht, weil die­se Rege­lung bereits bei Inkraft­tre­ten der Sechs­ten Richt­li­nie 77/​388/​EWG des Rates vom 17.05.1977 zur Har­mo­ni­sie­rung der Rechts­vor­schrif­ten der Mit­glied­staa­ten über die Umsatz­steu­ern im deut­schen UStG ver­an­kert gewe­sen ist und damit von der sog. Still­hal­te­klau­sel des Art. 176 der Richt­li­nie 2006/​112/​EG des Rates vom 28.11.2006 über das gemein­sa­me Mehr­wert­steu­er­sys­tem umfasst wird 1.

Motor­sport – und der Vor­steu­er­aus­schluss

Damit ist die Rechts­fra­ge, ob der Ein­schrän­kungs­tat­be­stand des § 15 Abs. 1a UStG i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 EStG auch beim Erwerb von abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gü­tern jeden Vor­steu­er­ab­zug aus­schließt, nun­mehr durch den Bun­des­fi­nanz­hof geklärt.

Soweit im Hin­blick auf die­se Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ein­ge­wen­det wird, der Bun­des­fi­nanz­hof habe sei­ne Aus­sa­ge bezo­gen auf die Ver­sa­gung des Vor­steu­er­ab­zugs für die Erwerbs­auf­wen­dun­gen nicht aus­rei­chend begrün­det und dar­über hin­aus die Bedeu­tung des Zeit­fak­tors für den Vor­steu­er­ab­zug ver­kannt, berück­sich­tigt die­se Ansicht nicht, dass der Bun­des­fi­nanz­hof den Unter­schied in zeit­li­cher Hin­sicht bei der Ver­sa­gung des Vor­steu­er­ab­zugs für die Erwerbs­auf­wen­dun­gen nach § 15 Abs. 1a UStG bei der Lie­fe­rung von abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gü­tern und der Eigen­ver­brauchs­be­steue­rung nach § 1 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 Buchst. c UStG 1973 aus­drück­lich her­vor­ge­ho­ben und unter Hin­weis auf ein­schlä­gi­ge Lite­ra­tur­stim­men gleich­wohl ent­schie­den hat, dass in der Ein­füh­rung des § 15 Abs. 1a UStG kein Ver­stoß gegen das Uni­ons­recht vor­liegt 2. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat sich somit in sei­ner Recht­spre­chung mit dem vom Klä­ger für pro­ble­ma­tisch gehal­te­nen Zeit­fak­tor bereits aus­ein­an­der­ge­setzt.

Das gilt auch, soweit ange­merkt wird, eine Urteils­an­mer­kung des Vor­sit­zen­den Rich­ters des V. Senats des Bun­des­fi­nanz­hofs zu dem BFH-Urteil in BFHE 246, 232, BSt­Bl II 2014, 914 bele­ge, dass der V. Senat den Inhalt der Stand-Still-Klau­sel des Art. 176 Abs. 2 der MwSt­Sys­tRL miss­ver­stan­den und die Vor­ga­ben des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Uni­on miss­ach­tet habe.

Auch der Ein­wand, der Bun­des­fi­nanz­hof hät­te zu der Rechts­fra­ge ein Vor­ab­ent­schei­dungs­er­su­chen nach Art. 267 AEUV durch­füh­ren müs­sen, hat kei­nen wei­te­ren Klä­rungs­be­darf zur Fol­ge. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat eine Ver­let­zung der Gewähr­leis­tung des gesetz­li­chen Rich­ters nach Art. 101 Abs. 1 Satz 2 des Grund­ge­set­zes durch Nicht­vor­la­ge einer Sache an den EuGH im Bereich der vor­lie­gend allein in Betracht kom­men­den Fall­grup­pe der behaup­te­ten "Unvoll­stän­dig­keit der Recht­spre­chung" ver­neint, wenn das Gericht die ent­schei­dungs­er­heb­li­che Fra­ge in zumin­dest ver­tret­ba­rer Wei­se beant­wor­tet und sich hin­sicht­lich des euro­päi­schen Rechts aus­rei­chend kun­dig gemacht hat 3. Das Urteil des BFH in BFHE 246, 232, BSt­Bl II 2014, 914 ent­spricht unter Rz 28, 29 ersicht­lich die­sen Vor­ga­ben.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 2. Dezem­ber 2014 – XI B 54/​14

  1. BFH, Urteil vom 21.05.2014 – V R 34/​13, BFHE 246, 232, BSt­Bl II 2014, 914, Rz 22, 27, 28[]
  2. BFH, Urteil in BFHE 246, 232, BSt­Bl II 2014, 914, Rz 29[]
  3. vgl. z.B. BVerfG, Beschluss vom 08.07.2010 – 2 BvR 520/​07, BVerfGK 17, 381, Rz 18[]