Umsatz­steu­er bei Super­vi­si­ons­leis­tun­gen

Nach § 4 Nr. 14 Satz 1 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes sind die Umsät­ze aus der Tätig­keit als Arzt, Zahn­arzt, Heil­prak­ti­ker, Kran­ken­gym­nast, Heb­am­me oder aus einer ähn­li­chen heil­be­ruf­li­chen Tätig­keit und aus der Tätig­keit als kli­ni­scher Che­mi­ker steu­er­frei. Nun­mehr hat­te sich der Bun­des­fi­nanz­hof mit der Fra­ge zu befas­sen, ob dies auch für Super­vi­si­ons­leis­tun­gen gilt. Es ging dabei um psy­cho­lo­gi­sche Super­vi­sio­nen eines Psy­cho­the­ra­peu­ten, die die­ser z.T. im Auf­trag von Ein­rich­tun­gen (z.B. Kran­ken­häu­sern) aus­ge­führt hat­te. Teil­neh­mer die­ser Super­vi­sio­nen waren The­ra­peu­ten die­ser Ein­rich­tun­gen. Neben Grup­pen­sit­zun­gen (z.B. für alle Ange­hö­ri­gen einer Kran­ken­haus­sta­ti­on) gab es auch Ein­zel­su­per­vi­sio­nen, die auf Ver­an­las­sung und Kos­ten der Arbeit­ge­ber durch­ge­führt wur­den.

Umsatz­steu­er bei Super­vi­si­ons­leis­tun­gen

Da die­se Super­vi­sio­nen einer stän­di­gen pro­fes­sio­nel­len Beglei­tung i.S. einer Steue­rung, Kor­rek­tur und Über­wa­chung der beruf­li­chen Tätig­keit der bei den Ein­rich­tun­gen beschäf­tig­ten The­ra­peu­ten dien­ten, und damit haupt­säch­lich der Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Beschäf­tig­ten, hat der BFH die Vorraus­set­zun­gen einer steu­er­frei­en Heil­be­hand­lung ver­neint.

Nach der Recht­spre­chung des Gerichts­ho­fes der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten und des BFH zur die­ser Befrei­ungs­re­ge­lung setzt eine steu­er­freie Heil­be­hand­lung vor­aus, dass ihr Haupt­ziel der Schutz der Gesund­heit ist. Für die Umsatz­steu­er­frei­heit von Super­vi­si­ons­leis­tun­gen nach § 4 Nr. 14 UStG reicht es des­halb nicht aus, dass die auch bei Heil­be­hand­lun­gen ein­ge­setz­ten Metho­den ange­wandt wer­den und die­se auch der gesund­heit­li­chen Pro­phy­la­xe die­nen kön­nen.

BHH, Urteil vom 30. Juni 2005 – V R 1/​02