Umsatz­steu­er für die Sau­na

Nach dem Umsatz­steu­er­ge­setz gilt für die Ver­ab­rei­chung von Heil­bä­dern der ermä­ßig­te Steu­er­satz von zur­zeit 7%. Seit 1968 erkennt die Finanz­ver­wal­tung Sau­na­bä­der grund­sätz­lich als ermä­ßigt besteu­er­te Heil­bä­der an, da ihnen im Ein­zel­fall eine hei­len­de Wir­kung nicht abge­spro­chen wer­den kön­ne. Dies soll­te auch für die Sau­na in einem Fit­ness­stu­dio gel­ten, falls des­sen Gesamt­an­ge­bot nicht als eine ein­heit­li­che dem Regel­steu­er­satz von zur­zeit 16% unter­lie­gen­de Leis­tung behan­delt wur­de.

Umsatz­steu­er für die Sau­na

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te bereits in einem Urteil aus dem Jah­re 2000 Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit der Ver­wal­tungs­auf­fas­sung geäu­ßert, die Sau­na grund­sätz­lich als Heil­bad zu behan­deln. Er hat sich nun­mehr end­gül­tig gegen die­se Auf­fas­sung aus­ge­spro­chen: Die Ver­ab­rei­chung eines Heil­ba­des muss der Behand­lung einer Krank­heit oder einer ande­ren Gesund­heits­stö­rung und damit dem Schutz der mensch­li­chen Gesund­heit die­nen. Hier­von kann bei der Nut­zung einer Sau­na in einem Fit­ness­stu­dio kei­ne Rede sein; sie dient regel­mä­ßig ledig­lich dem all­ge­mei­nen Wohl­be­fin­den (Well­ness) und unter­liegt damit dem all­ge­mei­nen Umsatz­steu­er­satz von der­zeit 16%.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. 05.2005 – V R 54/​02