^Die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen erfordert eine durch Beweisanzeichen gestützte Zuordnungsentscheidung des Unternehmers bei Anschaffung oder Herstellung des Gegenstands. Dabei ist die Geltendmachung des Vorsteuerabzugs regelmäßig ein gewichtiges Indiz für, die Unterlassung des Vorsteuerabzugs ein ebenso gewichtiges Indiz gegen die Zuordnung eines Gegenstands zum Unternehmen1. Auch die bilanzielle und ertragsteuerrechtliche Behandlung kann ggf. ein Indiz für die umsatzsteuerrechtliche Behandlung sein2. Gibt es keine Beweisanzeichen für eine Zuordnung zum Unternehmen, kann diese nicht unterstellt werden3.
Aus dem Grundsatz des Sofortabzugs der Vorsteuer folgt, dass die Zuordnungsentscheidung schon bei Anschaffung oder Herstellung des Gegenstands zu treffen ist, spätestens jedoch mit endgültiger Wirkung in einer „zeitnah“ erstellten Umsatzsteuererklärung für das Jahr, in das der Leistungsbezug fällt, wobei eine „zeitnahe“ Dokumentation der Zuordnungsentscheidung nur dann vorliegt, wenn diese bis zur gesetzlichen Abgabefrist für Steuererklärungen dem Finanzamt –also bis zum 31.05.des Folgejahres– gegenüber abgegeben wurde.
Bundesfinanzhof, Beschluss vom 20. September 2012 – V B 109/11
- vgl. zuletzt BFH, Beschluss vom 26.06.2009 – V B 34/08, BFH/NV 2009, 2011; BFH, Urteile vom 17.12.2008 – XI R 64/06, BFH/NV 2009, 798; vom 08.10.2008 – XI R 58/07, BFHE 223, 487, BStBl II 2009, 394; vom 11.04.2008 – V R 10/07, BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741; vom 27.07.1995 – V R 44/94, BFHE 178, 482, BStBl II 1995, 853; vom 31.01.2002 – V R 61/96, BFHE 197, 372, BStBl II 2003, 813, und vom 28.02.2002 – V R 25/96, BFHE 198, 216, BStBl II 2003, 815[↩]
- vgl. BFH, Urteile in BFH/NV 2009, 798; vom 25.03.1988 – V R 101/83, BFHE 153, 171, BStBl II 1988, 649, und vom 11.11.1993 – V R 52/91, BFHE 173, 239, BStBl II 1994, 335[↩]
- BFH, Urteile in BFH/NV 2009, 798; in BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741; in BFHE 198, 216, BStBl II 2003, 815[↩]










