Bewer­tungs­ver­fah­ren für Mast­ge­sell­schaf­ten

Für Mast­ge­sell­schaf­ten ord­net § 51 a BewG unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen die Zuord­nung der Tier­hal­tung zur land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung an. Dem­zu­fol­ge ist für die betei­lig­ten Land­wir­te ein Ein­heits­wert für ihren land- und forst­wirt­schaft­li­chen Betrieb zu erstel­len, in dem auch die Tier­hal­tung zu erfas­sen ist (§ 19 BewG). Gemäß § 36 BewG bemisst sich der Ein­heits­wert eines land­wirt­schaftlichen Betrie­bes nach dem Ertrags­wert sei­ner Nut­zun­gen. Dabei ist nach Abs. 2 der Norm von der – objek­ti­ven – Ertrags­fä­hig­keit aus­zu­ge­hen, d. h. dem bei ord­nungs­mä­ßi­ger und schul­den­frei­er Bewirt­schaf­tung mit ent­lohn­ten frem­den Arbeits­kräf­ten gemein­hin und nach­hal­tig erziel­ba­ren Rein­ertrag.

Bewer­tungs­ver­fah­ren für Mast­ge­sell­schaf­ten

Der Ertrags­wert wird grund­sätz­lich durch ein ver­glei­chen­des Ver­fah­ren ermit­telt (§ 37 Abs. 1 S. 1 BewG). In die­sem ver­glei­chen­den Ver­fah­ren wer­den die Unter­schie­de der Ertrags­fä­hig­keit der glei­chen Nut­zung durch Ver­gleich der Ertrags­be­din­gun­gen beur­teilt (§ 38 Abs. 1 BewG) und für jede Nut­zung ein indi­vi­du­el­ler Ver­gleichs­wert ermit­telt. Hier­bei wer­den den unter­schied­li­chen Ertrags­be­din­gun­gen und der sich hier­aus erge­ben­den unter­schied­li­chen Ertrags­fä­hig­keit der ein­zel­nen Nut­zun­gen durch Zu- und Abrech­nun­gen an den bun­des­ein­heit­li­chen Ver­gleichs­zah­len (§ 40 BewG), deren Höhe sich in der Regel nach den in den Bewer­tungs­stütz­punk­ten (§ 39 BewG) fest­ge­leg­ten Wer­ten rich­tet, Rech­nung getra­gen.
Bei die­sem Ver­gleich sind gemäß § 38 Abs. 2 Nr. 1 BewG für die natür­li­chen Ertrags­be­din­gun­gen die jeweils tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se des zu bewer­ten­den Betrie­bes zugrun­de zu legen. Bei ihrer Bewer­tung ist von den Ergeb­nis­sen der Boden­schät­zung aus­zu­ge­hen (§ 50 BewG). Dage­gen sind für die wirt­schaft­li­chen Ertrags­be­din­gun­gen, ins­be­son­de­re für die Betriebs­mit­tel, die in der Gegend als regel­mä­ßig anzu­se­hen­den Ver­hält­nis­se maß­ge­bend (§ 38 Abs. 2 Nr. 2 BewG). Zu die­sen wirt­schaft­li­chen Ertrags­be­din­gun­gen gehört auch der Vieh­be­stand. Sofern im Ein­zel­fall die tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­se bei einer Nut­zung von den bei der Bewer­tung unter­stell­ten regel­mä­ßi­gen Ver­hält­nis­sen der Gegend um mehr als 20 v. H. abwei­chen und auch die wei­te­ren in § 41 Abs. 1 Nr. 2 BewG nor­mier­ten Min­dest­gren­zen erreicht wer­den, ist am Ver­gleichs­wert ein Abschlag oder Zuschlag zu machen. Der Zu- oder Abschlag bemisst sich nach der durch die Abwei­chung beding­ten Min­de­rung oder Stei­ge­rung der Ertrags­fä­hig­keit (§ 41 Abs. 2 BewG).

Abwei­chend vom vor­an­ge­stell­ten in den §§ 38 – 41 BewG nor­mier­ten Ver­gleichs­wert­ver­fah­ren wer­den die in § 62 BewG genann­ten sons­ti­gen land- und forst­wirt­schaft­li­chen Nut­zun­gen mit einem unmit­tel­ba­ren Ver­gleichs­wert ermit­telt. Er bemisst sich nach den durch­schnitt­li­chen Erträ­gen, die die Finanz­ver­wal­tung nach nähe­rer Maß­ga­be der in A 7.01 – 7.44 der Richt­li­ni­en für die Bewer­tung des land- und forst­wirt­schaft­li­chen Ver­mö­gens (BewRL) ent­hal­te­nen Vor­ga­ben für die jewei­li­ge Nut­zungs­art ermit­telt hat. Lässt sich ein ver­glei­chen­des Ver­fah­ren – gänz­lich – nicht durch­füh­ren, so ist nach § 37 Abs. 2 BewG die Ertrags­fä­hig­keit der Nut­zung im sog. Ein­zel­er­trags­wert­ver­fah­ren unmit­tel­bar zu ermit­teln.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 20. Sep­tem­ber 2007 – 1 K 242/​04