Die Auskunftsverlangen des Pflichtteilsberechtigten gegen den Erben

Die in § 2314 Abs. 1 BGB vorgesehenen mehreren Arten von Auskunftsansprüchen stehen dem Gläubiger grundsätzlich kumulativ zu, so dass sie der Gläubiger neben- oder nacheinander geltend machen kann.

Die Auskunftsverlangen des Pflichtteilsberechtigten gegen den Erben

Das ist insbesondere anerkannt für den praktisch wichtigsten Fall, dass der Erbe ein privatschriftliches Verzeichnis vorlegt und der Pflichtteilsberechtigte danach noch ein notarielles Nachlassverzeichnis verlangt1.

Hat jedoch der Erbe ein notarielles Nachlassverzeichnis vorgelegt, wird in der Regel kein Privatverzeichnis mehr gefordert werden können, weil sich in diesem Fall das Zweitverlangen als rechtsmissbräuchlich erweist2

Bundesgerichtshof, Beschluss vom 7. März 2024 – I ZB 40/23

  1. vgl. BGH, Urteil vom 02.11.1960 – V ZR 124/59, BGHZ 33, 373 22]; Urteil vom 23.05.2012 – IV ZR 250/11, BGHZ 193, 260 8]; Urteil vom 31.10.2018 – IV ZR 313/17, NJW 2019, 234 9][]
  2. BGHZ 33, 373 22][]

Bildnachweis: