4 Pro­mil­le = ein­ge­schränk­te Steue­rungs­fä­hig­keit?

Es begeg­net für den Bun­des­ge­richts­hof kei­nen recht­li­chen Beden­ken, dass das sach­ver­stän­dig bera­te­ne Land­ge­richt trotz einer rück­ge­rech­ne­ten Blut­al­ko­hol­kon­zen­tra­ti­on (BAK) zur Tat­zeit von etwa vier Pro­mil­le ledig­lich von einer erheb­lich ein­ge­schränk­ten Steue­rungs­fä­hig­keit aus­ge­gan­gen ist.

4 Pro­mil­le = ein­ge­schränk­te Steue­rungs­fä­hig­keit?

Zwar hat es bei der Annah­me des die­sen BAK­Wert rela­ti­vie­ren­den Nach­t­runks ver­kannt, dass auch bei einer mit einem zeit­li­chen Abstand von mehr als 30 Minu­ten durch­ge­führ­ten Dop­pel­blut­ent­nah­me ein höhe­rer zwei­ter BAK­Wert einen Nach­t­runk nicht sicher zu bele­gen ver­mag 1.Dies stellt die Beur­tei­lung der Schuld­fä­hig­keit aber letzt­lich nicht in Fra­ge. Denn einer errech­ne­ten BAK kommt bei einem lan­gen Rück­rech­nungs­zeit­raum von wie hier etwa acht Stun­den eine nur ein­ge­schränk­te indi­zi­el­le Bedeu­tung zu.

Es ist daher recht­lich unbe­denk­lich, dass das Land­ge­richt ent­schei­dend auf das gegen eine voll­stän­dig auf­ge­ho­be­ne Steue­rungs­fä­hig­keit spre­chen­de ori­en­tier­te und von kei­nen gra­vie­ren­den Aus­fall­erschei­nun­gen gepräg­te Leis­tungs­er­hal­ten des Ange­klag­ten abge­stellt hat 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Janu­ar 2019 – 5 StR 480/​18

  1. vgl. LKStGB/​König, 12. Aufl., § 316 Rn. 85 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 09.08.1988 – 1 StR 231/​88, BGHSt 35, 308; vom 22.04.1998 – 3 StR 15/​98, NStZ 1998, 457, 458[]