Das ver­spä­te­te Ableh­nungs­ge­such – und die Anhö­rungs­rü­ge

Ent­schei­det das Gericht über die Revi­si­on außer­halb der Haupt­ver­hand­lung im Beschluss­we­ge, so kann ein Ableh­nungs­ge­such in ent­spre­chen­der Anwen­dung des § 25 Abs. 2 Satz 2 StPO nur solan­ge statt­haft vor­ge­bracht wer­den, bis die Ent­schei­dung ergan­gen ist.

Das ver­spä­te­te Ableh­nungs­ge­such – und die Anhö­rungs­rü­ge

Etwas ande­res gilt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs auch dann nicht, wenn gegen den die Revi­si­on ver­wer­fen­den BGH, Beschluss eine Anhö­rungs­rü­ge nach § 356a StPO erho­ben wird, die sich – wie hier – man­gels Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör gemäß Art. 103 Abs. 1 GG als unbe­grün­det erweist.

Denn die Rege­lung des § 356a StPO soll dem Revi­si­ons­ge­richt die Mög­lich­keit geben, einem Ver­stoß gegen den Anspruch auf recht­li­ches Gehör durch erneu­te Sach­prü­fung selbst abzu­hel­fen; der Rechts­be­helf dient indes nicht dazu, einem unzu­läs­si­gen Ableh­nungs­ge­such durch die unzu­tref­fen­de Behaup­tung der Ver­let­zung recht­li­chen Gehörs doch noch Gel­tung zu ver­schaf­fen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 6. Novem­ber 2018 – 1 StR 666/​17

  1. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 09.05.2018 – 4 StR 579/​17; vom 14.03.2013 – 2 StR 534/​12, NStZ-RR 2013, 214; vom 07.08.2007 – 4 StR 142/​07, NStZ 2008, 55; und vom 13.02.2007 – 3 StR 425/​06, NStZ 2007, 416[]