Der Dea­ler – und die Tat­ein­heit

Wickelt ein Dea­ler sei­ne Geschäf­te der­ge­stalt "auf Kom­mis­si­on" ab, dass er mit dem Erlös aus dem vor­an­ge­gan­ge­nen Abver­kauf der von ihm erwor­be­nen Betäu­bungs­mit­tel jeweils den nächs­ten Ankauf bei sei­nem Lie­fe­ran­ten beglich, so liegt hier­in eine ein­heit­li­che Tat des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln.

Der Dea­ler – und die Tat­ein­heit

Die Über­schnei­dung der tat­be­stand­li­chen Aus­füh­rungs­hand­lun­gen, die sich dar­aus ergibt, dass das Auf­su­chen des Lie­fe­ran­ten jeweils zugleich der Über­mitt­lung des Ent­gelts für die vor­an­ge­gan­ge­ne und der Abho­lung der ver­ein­bar­ten neu­er­li­chen Betäu­bungs­mit­tel­lie­fe­rung dien­te, führt nach der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 1 dazu, dass hin­sicht­lich der unmit­tel­bar auf­ein­an­der fol­gen­den Umsatz­ge­schäf­te die auf die jewei­li­gen Han­dels­men­gen bezo­ge­nen Bewer­tungs­ein­hei­ten des Han­del­trei­bens im Wege der gleich­ar­ti­gen Ide­al­kon­kur­renz tat­ein­heit­lich ver­knüpft sind.

Das Tun des Dea­lers stellt sich daher als eine ein­heit­li­che Tat des uner­laub­ten Han­del­trei­bens mit Betäu­bungs­mit­teln in nicht gerin­ger Men­ge gemäß § 29a Abs. 1 Nr. 2 BtMG dar.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Janu­ar 2016 – 4 StR 322/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 25.04.2013 – 4 StR 418/​12, BGHR BtMG § 29 Abs. 1 Nr. 1 Kon­kur­ren­zen 14; Beschlüs­se vom 02.07.2014 – 4 StR 188/​14; vom 22.05.2014 – 4 StR 223/​13; vom 07.09.2015 – 2 StR 47/​15; vom 09.12 2014 – 2 StR 381/​14; vom 22.01.2010 – 2 StR 563/​09, NStZ 2011, 97; vom 15.07.2014 – 5 StR 169/​14, inso­weit in NStZ-RR 2014, 315 nicht abge­druckt; vgl. dage­gen BGH, Beschluss vom 03.09.2015 – 3 StR 236/​15[]