Die Aus­ein­an­der­set­zung aus "nich­ti­gem" Grund

Soweit die Straf­kam­mer zum Nach­teil in die Straf­zu­mes­sung ein­ge­stellt hat, dass der Aus­lö­ser der Aus­ein­an­der­set­zung "nich­tig" gewe­sen sei, es objek­tiv kei­ne Ver­an­las­sung für eine "Abrei­bung" und damit für die Tat­be­ge­hung kei­nen nach­voll­zieh­ba­ren Grund gege­ben habe, hat sie ihm damit nicht das Feh­len ver­ständ­li­cher Moti­ve straf­schär­fend zur Last gelegt 1.

Die Aus­ein­an­der­set­zung aus "nich­ti­gem" Grund

Mit ihren For­mu­lie­run­gen stell­te die Straf­kam­mer ersicht­lich auf das der Tat zugrun­de lie­gen­de Motiv ab und sah inso­weit – recht­lich unan­greif­bar – ein auf­fäl­li­ges Miss­ver­hält­nis zwi­schen Anlass und Tat.

Gegen die­se Berück­sich­ti­gung der Tat­mo­ti­va­ti­on im Sin­ne einer "aus der Tat spre­chen­den Gesin­nung" gemäß § 46 Abs. 2 StGB ist recht­lich nichts zu erin­nern 2.

So auch in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall: Mit der wei­te­ren Erwä­gung der Straf­kam­mer, der Ange­klag­te habe auf die Zah­lun­gen der Mie­te war­ten kön­nen (anstatt dem Opfer eine Abrei­bung zu ver­pas­sen), bringt das Land­ge­richt der Sache nach (erneut) zum Aus­druck, dass das der Tat zugrun­de lie­gen­de Motiv auf eine dem Ange­klag­ten vor­werf­ba­re und im Rah­men der Straf­zu­mes­sung zu sei­nen Las­ten zu berück­sich­ti­gen­de "Gesin­nung" hin­deu­tet. Ihm wird damit nicht ange­las­tet, dass er die Tat über­haupt began­gen und nicht von einer Tat­be­ge­hung Abstand genom­men habe 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 7. Juni 2017 – 2 StR 30/​16

  1. vgl. BGH, Urteil vom 24.08.2016 – 2 StR 504/​15, NStZ 2017, 84; Beschluss vom 23.03.2011 – 2 StR 35/​11; Beschluss vom 17.04.2012 – 2 StR 73/​12, BGHR StGB § 46 Abs. 2 Wer­tungs­feh­ler 37; Urteil vom 09.10.2013 – 2 StR 119/​13, NStZ 2014, 512; Beschluss vom 15.09.2015 – 2 StR 21/​15, NStZ-RR 2016, 40[]
  2. BGH, Urteil vom 24.08.2016 – 2 StR 504/​15, NStZ 2017, 84[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 10.05.2016 – 1 StR 669/​15, StV 2017, 34; s. auch BGH, Urteil vom 09.10.2013 – 2 StR 119/​13, NStZ 2014, 512[]