Die frü­he­re pol­ni­sche Ver­ur­tei­lung – und die Berück­sich­ti­gung eines Gesamt­stra­f­ü­bels

Dass eine Gesamt­stra­fen­bil­dung bei einer aus­län­di­schen Ver­ur­tei­lung nicht in Betracht kommt und auch ein Här­teaus­gleich nicht gewährt wer­den soll, da – soweit ersicht­lich – kein Gerichts­stand in Deutsch­land gege­ben wäre [1], hin­dert die Berück­sich­ti­gung eines Gesamt­stra­f­ü­bels als all­ge­mei­nen straf­zu­mes­sungs­re­le­van­ten Aspekt nicht [2].

Die frü­he­re pol­ni­sche Ver­ur­tei­lung – und die Berück­sich­ti­gung eines Gesamt­stra­f­ü­bels

Zur Berück­sich­ti­gung die­ses Aspekts hät­te im hier ent­schie­de­nen Fall ins­be­son­de­re des­halb Anlass bestan­den, da die hier ver­häng­te und die pol­ni­sche Gesamt­frei­heits­stra­fe zusam­men zu einer Gesamt­ver­bü­ßungs­dau­er von 16 Jah­ren füh­ren [3].

Der Straf­aus­spruch begeg­ne­te daher bei der Über­prü­fung durch den Bun­des­ge­richts­hof durch­grei­fen­den Beden­ken.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Dezem­ber 2018 – 1 StR 510/​18

  1. vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 10.06.2009 – 2 StR 386/​08, BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Här­teaus­gleich 16, zur Kri­tik vgl. Schä­fer/​Sander/​van Gemme­ren, Pra­xis der Straf­zu­mes­sung, 6. Aufl., Rn. 1231 mwN[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 26.01.2011 – 5 StR 569/​10, StV 2011, 589 f.; vom 24.06.2017 – 1 StR 670/​16, BGHR StGB § 55 Abs. 1 Satz 1 Här­teaus­gleich 22; und vom 04.07.2018 – 1 StR 599/​17, NStZ-RR 2018, 333; Schäfer/​Sander/​van Gemme­ren aaO; vgl. auch BGH, Beschluss vom 18.12.2018 – 1 StR 508/​18 Rn. 6[]
  3. vgl. zu die­sem Aspekt BGH, Beschluss vom 26.03.2014 – 2 StR 202/​13 Rn. 15[]