Ein­zel­stra­fe, Gesamt­stra­fe – und das Ver­schlech­te­rungs­ver­bot

Soll­ten in einer neu­en Haupt­ver­hand­lung wei­te­re Fest­stel­lun­gen getrof­fen wer­den, die auf­grund der Annah­me einer natür­li­chen Hand­lungs­ein­heit zur Umstel­lung von meh­re­ren auf eine gerin­ge­re Anzahl an Taten füh­ren, lie­ße dies den Schuld­um­fang unbe­rührt.

Ein­zel­stra­fe, Gesamt­stra­fe – und das Ver­schlech­te­rungs­ver­bot

Den auf der Grund­la­ge des neu gefass­ten Schuld­spruchs fest­zu­set­zen­den Ein­zel­stra­fen wären gege­be­nen­falls höhe­re Scha­dens­be­trä­ge zugrun­de zu legen und bei der Bestim­mung der Ein­zel­stra­fen zu berück­sich­ti­gen 1.

An der Erhö­hung der Ein­zel­stra­fen ist der neue Tatrich­ter durch das Ver­schlech­te­rungs­ver­bot (§ 358 Abs. 2 Satz 1 StPO) nicht gehin­dert. Zu beach­ten ist ledig­lich, dass die Sum­me der bis­he­ri­gen Ein­zel­stra­fen bei der Bemes­sung der neu­en Ein­zel­stra­fen nicht über­schrit­ten wird 2 und die neu zu bil­den­de Gesamt­stra­fe nicht höher ist als die bis­he­ri­ge 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Dezem­ber 2016 – 1 StR 492/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 04.03.2008 – 5 StR 594/​07, NStZ-RR 2008, 168, 169[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 19.11.2002 – 1 StR 313/​02, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Nach­teil 12[]
  3. st. Rspr.; BGH, Urteil vom 07.03.1989 – 5 StR 575/​88, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Nach­teil 3; Beschlüs­se vom 06.10.1995 – 3 StR 346/​95, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Nach­teil 7; und vom 19.11.2002 – 1 StR 313/​02, BGHR StPO § 358 Abs. 2 Nach­teil 12[]