Heim­tü­cke

Heim­tü­ckisch han­delt, wer in feind­li­cher Wil­lens­rich­tung die Arg- und Wehr­lo­sig­keit des Opfers bewusst zur Tötung aus­nutzt; wesent­lich ist, dass der Mör­der sein kei­nen Angriff erwar­ten­des, mit­hin arg­lo­ses Opfer in einer hilf­lo­sen Lage über­rascht und dadurch dar­an hin­dert, dem Anschlag auf sein Leben zu begeg­nen oder ihn wenigs­tens zu erschwe­ren, wobei für die Beur­tei­lung die Lage bei Beginn des ers­ten mit Tötungs­vor­satz geführ­ten Angriffs maß­ge­bend ist.

Heim­tü­cke

Bei einem offen feind­se­li­gen Angriff ist erfor­der­lich, dass dem Opfer wegen der kur­zen Zeit­span­ne zwi­schen Erken­nen der Gefahr und unmit­tel­ba­rem Angriff kei­ne Mög­lich­keit der Abwehr ver­blie­ben ist 1.

Vor­aus­set­zung heim­tü­cki­scher Bege­hungs­wei­se ist wei­ter, dass der Täter die von ihm erkann­te Arg- und Wehr­lo­sig­keit des Opfers bewusst zur Tat­be­ge­hung aus­nutzt. Dafür genügt es, wenn er die die Heim­tü­cke begrün­den­den Umstän­de nicht nur in einer äußer­li­chen Wei­se wahr­ge­nom­men, son­dern in dem Sin­ne in ihrer Bedeu­tung für die Tat­be­ge­hung erfasst hat, dass ihm bewusst gewor­den ist, einen durch sei­ne Ahnungs­lo­sig­keit gegen­über dem Angriff schutz­lo­sen Men­schen zu über­ra­schen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 2014 – 2 StR 160/​14

  1. vgl. etwa BGH, Urtei­le vom 15.09.2011 – 3 StR 223/​11, NStZ 2012, 35; vom 28.08.2014 – 5 StR 332/​14, bei­de mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 11.12 2012 – 5 StR 438/​12, NStZ 2013, 232, 233; Urteil vom 11.06.2014 – 2 StR 117/​14; Fischer, StGB, 61. Aufl., § 211 Rdn. 34, 44, jeweils mwN[]