Jugend­stra­fe – und die nicht ein­be­zo­ge­ne frü­he­re Geld­stra­fe

Der Straf­aus­spruch über eine ein­heit­li­che Jugend­stra­fe hält der sach­lich­recht­li­chen Prü­fung durch das Revi­si­ons­ge­richt nicht stand, wenn in den Urteils­grün­den der Voll­stre­ckungs­stand hin­sicht­lich einer frü­he­ren Geld­stra­fe nicht mit­ge­teilt wird, und das Revi­si­ons­ge­richt daher nicht beur­tei­len kann, ob die Jugend­kam­mer zu Recht davon abge­se­hen hat, eine Ent­schei­dung über die Ein­be­zie­hung die­ser Ver­ur­tei­lung zu tref­fen.

Jugend­stra­fe – und die nicht ein­be­zo­ge­ne frü­he­re Geld­stra­fe

Inso­weit lei­det das ange­foch­te­ne Urteil an einem Dar­stel­lungs­man­gel.

Im hier ent­schie­de­nen Fall lies sich den Urteils­grün­den noch ent­neh­men, dass die­se der gegen­ständ­li­chen Tat nach­fol­gen­de Ver­ur­tei­lung zu einer Geld­stra­fe rechts­kräf­tig ist. Indes bleibt unklar, ob die Geld­stra­fe schon erle­digt ist. Ande­ren­falls hät­te die Jugend­kam­mer gemäß § 105 Abs. 1, 2 i.V.m. § 31 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 Satz 1 JGG die Ein­be­zie­hung prü­fen müs­sen; denn § 105 Abs. 2 JGG ist auch dann anzu­wen­den, wenn – wie hier – der Ange­klag­te die zuvor mit Frei­heits- oder Geld­stra­fe geahn­de­ten Straf­ta­ten als Erwach­se­ner beging1. Ein Abse­hen von der Ein­be­zie­hung, ohne dass sich die Urteils­grün­de zu der gebo­te­nen Prü­fung ver­hal­ten, begrün­det einen Rechts­feh­ler2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. Juli 2018 – 3 StR 189/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 02.05.1990 – 2 StR 64/​90, BGHSt 37, 34; Beschlüs­se vom 24.09.1993 – 2 StR 493/​93, BGHR JGG § 31 Abs. 2 Ein­be­zie­hung 9; vom 21.12 2011 – 4 StR 596/​11 2 []
  2. s. BGH, Beschlüs­se vom 01.06.2010 – 4 StR 208/​10, StV 2011, 590; vom 26.02.2013 – 2 StR 507/​12 3, 5; vom 21.09.2017 – 2 StR 327/​1719 []