Kei­ne Snow­den-Ver­neh­mung im NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss

Eine Ver­neh­mung von Edward Snow­den im NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­ta­ges dürf­te es nicht geben. Der Bun­des­ge­richts­hof hat den dar­auf abzie­len­den Antrag der Oppo­si­ti­ons­mit­glie­der im NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss zurück­ge­wie­sen.

Kei­ne Snow­den-Ver­neh­mung im NSA-Unter­su­chungs­aus­schuss

Die aus zwei Abge­ord­ne­ten bestehen­de und die Frak­tio­nen Die Lin­ke und Bünd­nis 90/​Die Grü­nen reprä­sen­tie­ren­de Min­der­heit des NSA-Unter­su­chungs­aus­schus­ses erstrebt die Umset­zung eines im Unter­su­chungs­aus­schuss gestell­ten Antrags, der dar­auf gerich­tet ist, dass sei­tens der Bun­des­re­gie­rung die Vor­aus­set­zun­gen für eine Ver­neh­mung Edward Snow­dens vor dem Unter­su­chungs­aus­schuss in Deutsch­land geschaf­fen wer­den. Die Aus­schuss­mehr­heit hat­te den Antrag mit den Stim­men der Abge­ord­ne­ten aus den Frak­tio­nen der CDU/​CSU und SPD abge­lehnt.

Die hier­ge­gen von der Aus­schuss­min­der­heit ange­ru­fe­ne Ermitt­lungs­rich­te­rin des Bun­des­ge­richts­hofs hat die­ser mit Beschluss vom 11. Novem­ber 2016 Recht gege­ben 1. Auf die Beschwer­de des Unter­su­chungs­aus­schus­ses hat nun der 3. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs den ange­foch­te­nen Beschluss der Ermitt­lungs­rich­te­rin auf­ge­ho­ben und den Antrag der Aus­schuss­min­der­heit zurück­ge­wie­sen:

Das von der Aus­schuss­min­der­heit gemäß § 17 Abs. 2 und 4 PUAG ange­streng­te Ver­fah­ren vor dem Bun­des­ge­richts­hof ist unzu­läs­sig, weil die Antrag­stel­le­rin das dort vor­ge­se­he­ne Quo­rum nicht erreicht. Das Recht der Beweis­erhe­bung ein­schließ­lich des Voll­zugs eines bereits erlas­se­nen Beweis­be­schlus­ses und die Mög­lich­keit sei­ner gericht­li­chen Durch­set­zung gegen den Wil­len der Aus­schuss­mehr­heit steht nicht jeder Min­der­heit von einem Vier­tel der Mit­glie­der eines Unter­su­chungs­aus­schus­ses zu. Die Rege­lun­gen in § 17 Abs. 2 und 4 PUAG sind viel­mehr dahin zu ver­ste­hen, dass die Aus­schuss­min­der­heit ent­spre­chend Art. 44 Abs. 1 Satz 1 GG min­des­tens ein Vier­tel der Mit­glie­der des Deut­schen Bun­des­tags reprä­sen­tie­ren muss, was hin­sicht­lich der von der Antrag­stel­le­rin ver­tre­te­nen Frak­tio­nen nicht der Fall ist. Dies folgt aus Sinn und Zweck der Rege­lung, wie sie sich unter Beach­tung des den Geset­zes­ma­te­ria­li­en zu ent­neh­men­den Wil­lens des Gesetz­ge­bers erge­ben, sowie der Sys­te­ma­tik des Unter­su­chungs­aus­schuss­ge­set­zes und den für das Recht des Unter­su­chungs­aus­schus­ses bestehen­den ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Febru­ar 2017 – 3 ARs 20/​16

  1. BGH, Beschluss vom 11.11.2016 – 1 BGs 125/​16[]