Kinds­tö­tung – und die Schuld­fä­hig­keit

Bei Kinds­tö­tun­gen im Sin­ne des § 217 StGB aF kommt eine erheb­li­che Ver­min­de­rung der Schuld­fä­hig­keit kaum in Betracht, wenn bei der Täte­rin außer der Belas­tung durch die Geburt kei­ne schon unab­hän­gig hier­von bestehen­den geis­tig­see­li­schen Beein­träch­ti­gun­gen fest­zu­stel­len sind 1.

Kinds­tö­tung – und die Schuld­fä­hig­keit

Die psy­chi­sche Aus­nah­me­si­tua­ti­on einer Mut­ter, die ihr Kind in oder gleich nach der Geburt tötet, kann in einem sol­chen Fall aller­dings bei der Anwen­dung des § 213 StGB Berück­sich­ti­gung fin­den 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Okto­ber 2017 – 5 StR 72/​17

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 05.06.2003 – 3 StR 55/​03, BGHR StGB § 212 Abs. 1 Kinds­tö­tung 1;vom 19.06.2008 – 4 StR 105/​08, NStZ-RR 2008, 308; vom 23.04.2009 – 3 StR 100/​09, NStZ 2009, 439 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 06.11.2003 – 4 StR 296/​03, NStZ-RR 2004, 80[]