Mari­hua­na und Haschisch als Straf­mil­de­rungs­grund für den Dea­ler?

Im Rah­men der Prü­fung min­der schwe­rer Fäl­le nach § 29a Abs. 2 BtMG ange­stell­te Erwä­gun­gen, bei den Betäu­bungs­mit­teln Mari­hua­na und Haschisch han­de­le es sich "kei­nes­falls um 'wirk­lich wei­che Dro­gen'", ihre Gefähr­lich­keit erge­be sich aus ihrer leich­ten Zugäng­lich­keit und ihrem nied­ri­gen Kauf­preis, begeg­nen recht­li­chen Beden­ken des Bun­des­ge­richts­hofs.

Mari­hua­na und Haschisch als Straf­mil­de­rungs­grund für den Dea­ler?

Die­se Aus­füh­run­gen las­sen besor­gen, dass das Land­ge­richt die – im Ver­gleich zu ande­ren ille­ga­len Betäu­bungs­mit­teln – gerin­ge­re Gefähr­lich­keit von Can­na­bis­pro­duk­ten nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt hat 1.

Dar­über hin­aus bemisst sich die Gefähr­lich­keit eines Betäu­bungs­mit­tels nicht nach sei­ner Zugäng­lich­keit oder sei­nem Kauf­preis, son­dern nach sei­nem Sucht­po­ten­ti­al.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Novem­ber 2018 – 4 StR 332/​18

  1. zum Stu­fen­ver­hält­nis von sog. har­ten Dro­gen wie Hero­in, Fen­tanyl, Koka­in und Crack über Amphet­amin, das auf der Gefähr­lich­keits­ska­la einen mitt­le­ren Platz ein­nimmt, bis hin zu sog. wei­chen Dro­gen wie Can­na­bis vgl. etwa BGH, Urteil vom 11.10.2018 – 4 StR 274/​18 7; Beschlüs­se vom 14.06.2017 – 3 StR 97/​17 13; vom 15.06.2016 – 1 StR 72/​16, NStZ 2016, 614, 615; und vom 26.03.2014 – 2 StR 202/​13; st. Rspr.[]