Sowohl straf­mil­dern­de als auch straf­schär­fen­de Aspek­te

In der Recht­spre­chung ist aner­kannt, dass ein Umstand, der sowohl straf­mil­dern­de als auch straf­schär­fen­de Aspek­te auf­weist, mit bei­den Bewer­tungs­rich­tun­gen in die Straf­zu­mes­sung ein­ge­stellt wer­den kann1.

Sowohl straf­mil­dern­de als auch straf­schär­fen­de Aspek­te

Es liegt des­halb kein Wer­tungs­wi­der­spruch dar­in, dass die Straf­kam­mer dem Ange­klag­ten bei der Straf­be­mes­sung einer­seits die mit der wei­te­ren Ver­sor­gung sei­ner Schwes­ter ein­her­ge­hen­de sub­jek­ti­ve Über­for­de­rung gut­ge­bracht, ihm ande­rer­seits aber ange­las­tet hat, dass er sich durch die Tat sei­ner ihm zur Last gewor­de­nen Schwes­ter ent­le­di­gen woll­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 19. Juni 2018 – 4 StR 217/​18

  1. vgl. BGH, Urteil vom 20.12 1994 – 1 StR 688/​94, NJW 1995, 1038; Urteil vom 21.12 1978 – 4 StR 618/​78, VRS 56, 189, 191; Urteil vom 05.09.1952 – 1 StR 418/​52