Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung – Ver­such oder Voll­endung?

Steu­er­hin­ter­zie­hung ist nicht ledig­lich ein Erklärungs‑, son­dern auch ein Erfolgs­de­likt.

Umsatz­steu­er­hin­ter­zie­hung – Ver­such oder Voll­endung?

Voll­endung tritt erst ein, wenn der Täter durch sei­ne Tat­hand­lung Steu­ern ver­kürzt oder für sich oder einen ande­ren nicht gerecht­fer­tig­te Steu­er­vor­tei­le erlangt hat 1.

Grün­det der Tat­vor­wurf wie hier in der Abga­be unrich­ti­ger Vor­anmel­dun­gen, tritt für Fäl­le der Steu­er­ver­gü­tung der tat­be­stand­li­che Ver­kür­zungs­er­folg erst auf­grund der gemäß § 168 Satz 2 AO erfor­der­li­chen Zustim­mung der Finanz­be­hör­de ein.

In den Kon­stel­la­tio­nen des § 168 Satz 1 AO ist die Steu­er­hin­ter­zie­hung dage­gen bereits mit der (unrich­ti­gen) Anmel­dung voll­endet 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. Novem­ber 2015 – 1 StR 366/​15

  1. BGH, Urteil vom 19.03.2013 – 1 StR 318/​12, BGHR AO § 370 Abs. 1 Nr. 1 Voll­endung 3 mwN[]
  2. BGH aaO; sie­he auch BGH, Beschluss vom 05.02.2014 – 1 StR 422/​13, NStZ 2014, 335, 336; BGH, Beschluss vom 23.07.2014 – 1 StR 196/​14, NStZ 2015, 282[]