Ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung – und die Steu­er­hin­ter­zie­hung

Eine ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung (vgl. auf der Ebe­ne der Kör­per­schaft § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG) als Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen erzielt der Anteils­eig­ner (§ 20 Abs. 5 EStG).

Ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung – und die Steu­er­hin­ter­zie­hung

Gesell­schaf­te­rin im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall war indes nicht der ange­klag­te Geschäfts­füh­rer, son­dern des­sen Ehe­frau (vgl. § 39 Abs. 1 AO). Zu einem Treu­hand­ver­hält­nis nach § 39 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 AO, das eine Zurech­nung der Bezü­ge an den Ange­klag­ten zulie­ße 1, ver­hält sich das Urteil nicht. Auch ist nicht fest­ge­stellt, dass die Ehe­frau den Gesell­schafts­ver­trag nur zum Schein (§ 41 Abs. 2 AO) abschloss und der Ange­klag­te tat­säch­lich Anteils­eig­ner war. Letzt­lich ist den Fest­stel­lun­gen auch nicht zu ent­neh­men, dass der Ange­klag­te und sei­ne Ehe­frau die Ein­kom­men­steu­er­erklä­run­gen zusam­men abga­ben (vgl. § 26b EStG) sowie dem Ange­klag­ten etwai­ge von sei­ner Ehe­frau bezo­ge­ne und von ihr ver­schwie­ge­ne ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tun­gen auf­grund gemein­sa­men Tat­plans (§ 25 Abs. 2 StGB) zuzu­rech­nen wären 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 8. Mai 2019 – 1 StR 242/​18

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 19.06.2007 – – VIII R 54/​05 Rn. 14, BFHE 218, 244, 246; vom 21.10.2014- VIII R 22/​11 Rn. 25, BFHE 248, 129, 135; und vom 14.03.2017 – VIII R 32/​14 Rn.20 f.[]
  2. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 17.04.2008 – 5 StR 547/​07 Rn. 29; BFH, Urteil vom 16.04.2002 – IX R 40/​00 Rn. 14, BFHE 198, 66, 70[]